GoT – Von Winterfell nach Mole’s Town

Norden

Die eisige Kälte schlug ihr wie eine unkontrollierbare Faust ins Gesicht, als sie aus der Kutsche stieg, in der sie ein reisender Lord, aus Erbarmen und vermutlich anderen viel schlichteren Bedürfnissen, eingeladen hatte. Sie zog ihren verfledderten Umhang eng um ihren ausgemergelten, aber noch nicht zu dürren Körper und ohne zu zögern schob sie die schwere Holztür des Mole’s Inn auf und trat herein. Zum zögern oder flüchten war es viel zu kalt.

Ohnehin war es nicht ihre Art davon zu laufen. Sie hatte in ihren 20 Jahren schon mehr gesehen als ihr lieb war. Besonders viel gesehen hatte sie allerdings nicht von Westeros, sondern eher von den Wirts- und Hurenhäusern in denen sie ab und an arbeitete, wenn die Ernte des eigenen Ackers mal wieder nicht reichte um ihre alte Mutter und die zwei Geschwister durch zu bringen.

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Unter all dem Dreck, den Narben und ihrer recht derben Schnautze, war Arica eine junge Frau mit schlichtem Gemüt, die es verstand sich neuen Gegebenheiten anzupassen. Dies bewies sie auch noch, während der Wirt des Mole’s Inn sie gegen den heißen Ofen presste. Ohne groß zu klagen über Schmerzen oder Wunden, erduldete sie ihn, denn er war nur einer von vielen und würde nicht der letzte Mann sein.

Kennen lernte sie dann auch noch eine andere dort im Haus, die wohl dachte, dass ihre teuren Kleider vor der Tatsache blendeten, das sie nur eine Dirne und nichts mehr wert war. Den Namen hatte sie schon wieder vergessen, würde sie sicher auch nicht brauchen. Denn wenn die Männer der Nachtwache das Ding in die Finger bekämen, würden sie sie brechen und zerreißen.

Nun sollten Sie also dort ihre Dienste anbieten? Vielleicht sogar anfangs umsonst? Der Wirt täte wohl gut daran wenigstens den Wein, den sie auf den Karen geladen hatten sich bezahlen zu lassen. Das brachte weitaus mehr ein. Bibbernd machten sie sich auf den Weg. Schnee knirschte unter den Sohlen der zerlatschten kaputten Stiefel. Auf ging es zum Castle Black.

((nur Kurzform, da es dort noch weiter geht und ich irgendwie die Tage den Faden verloren habe. mal schauen, wies Mittwoch wird. ich war ja Freitag leider verhindert))

 

 

GoT – Ankunft auf Castle Black

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Es war schon seit einigen Stunden bitter kalt in der Kutsche. Die Temperaturen hatten nach verlassen von grünem Tal recht schnell  abgenommen und erreichten nun ihren Tiefstpunkt. Ihr Blick aus dem Fenster verriet ihr, das sie wohl bald da waren und so packte sie ihre Tasche und gab sie dem Mitreisenden Diener. Lady Teya Arryn liess ihn vor ihr aussteigen und den Kutscher anweisen, dass sie im Mole’s Inn einkehren sollten und dort warten, bis sie hier getan hatte, was nötig war. Einen Moment noch saß sie in dem dunklen Gefährt, an dessen Seiten unverkennbar die Banner vom Haus Arryn im Wind flatterten. Sie drehte den schweren Siegelring an ihrem Daumen, der einst ihrem Mann gehört hatte und ihr viel zu groß war. Nun war es an der Zeit und sie straffte die Schultern, hob das Kinn und trat hinaus in die Kälte. Ihr Blick hob sich und sie erspähte direkt über dem Tor eine Gestalt. Ihre Augen waren trotz des Alters immer noch verflucht scharf und so grüßte sie ihren Sohn Totilas und bat ihn um Einlass.

Hinter dem Tor fiel man sich kurz in die Arme, wurde aber durch den anwesenden Lord Kommandant der Nachtwache abgelenkt. Natürlich nahm sie die Einladung auf einen Gewürzwein und ein wärmendes Feuer gerne an und so fand man sich bald in der Halle wieder, wo sie sich auf einer der Sitzbänke nieder liess. Der Lord Kommandant fragte nach der Anreise und sie erzählte von guten Wegen und nur wenig Unannehmlichkeiten. Er fragte nicht, weshalb sie dort war, wo es nicht üblich war, Frauen willkommen zu heißen, nahm es nur zur Kenntnis. Sie war aber kein Freund von derlei Gerede über das Wetter oder dergleichen und so erzählte sie ohne Umschweife, was sie an die Mauer brachte. Lord Elras Arryn, ihr Mann, Vater ihres Sohnes und seiner Zwillingsschwester, war tot. Sie übergab den Siegelring an ihren Sohn und kämpfte mit der Fassung.

Der Lord Kommandant merkte schnell, das dies eine familiäre Angelegenheit war und befand, es wäre besser sich einen Moment zurück zu ziehen. Totilas hingegen schien sehr mitgenommen, besonders als sie nun von einem Abschiedsbrief und vermeintlichem Freitod sprach. Sie war traurig, aber es war nicht ihre Art, länger als für einen Moment ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Bedauerlicherweise führte diese emotionale Gratwanderung zu einem kleinen Streit zwischen ihr und ihrem Sohn über die Nachtwache und das Erbe des geliebten, aber brutalen Vaters. Das ihre Tochter Emilia sie nicht begleitete tat das übrige und verhärtete die Fronten zwischen Mutter und Sohn.

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Teya war erschöpft und dann noch all dieser Ärger mit ihrem Sohn. Sie standen sich doch so nah und sie vermisste ihn einfach. Er brachte sie in einem der Gästezimmer unter, schürte das Feuer ein und half ihr aus den Stiefeln. Sie ließ ihn ziehen, er hatte sicher noch Dienst an der Mauer und sie selbst benötigte nach der langen Reise dringend etwas Schlaf. Der neue Tag würde vielleicht eine Versöhnung bringen, so hoffte sie zumindest.