Relumbra de Mar – Qualmende Füße

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Eva Maria kam gerade von ihrer Pause zurück als Senor Fernandez sie schon erwartete. Scheinbar war ein spontaner Antsurm an Gästen beinah zeitgleich aufgeschlagen und er selbst war im Gespräch mit der Senora aus dem Bürgermeisterbüro. Eva ging also hinaus um sich einen Überblick zu verschaffen. An dem Paartisch saßen eine elegant gekleidete Französin, dem Akzent nach zu urteilen und ein gut situierter Einheimischer, der ihr irgendwie bekannt vor kam. Bestimmt eine bekannte Persönlichkeit, dem Essen und Wein nach zu urteilen, denn er schöpfte aus den Vollen.

Am Nachbartisch saßen zwei Herren, die Eva Maria auf Anhieb gut gefielen. Sie war zwar nicht auf der Suche, aber auch nicht vergeben und die Blicke des Mannes, der sich ihrem Chef später als Besitzer der Bodega vorstellte, entgingen ihr natürlich ganz und garnicht. Die junge Designerin, die sie schon einmal gesehen hatte und die Dame aus dem Büro des Bürgermeisters setzten sich zu den Herren. Eva Maria versorgte alle mit Wein und brachte die Essensbestellungen zum Chef, der derzeit die Küche übernahm. Snapshot_029

Nach und nach waren all versorgt, bestellten Getränke nach und auch am kleinen Tisch wurde gut getrunken und gegessen. Der Chef servierte sogar noch auf Kosten des Hauses Karamellpudding. Eva Maria selbst kam langsam zur Ruhe, hielt sich hier und dort mit einem Plausch auf und kurz vor Feierabend kassierte sie die letzten Gäste ab und liess sich erschöpft aufs Sofa in der Lobby fallen. Ihre Füße brannten. Sie hatte den ganzen Tag nur hohe Schuhe getragen, wenn auch mit breiter Sohle.

Ihr Chef Sebastiano kam nun endlich von seinem spontanen Termin zurück, den er zwischenzeitlich wahrgenommen hatte und nahm sie mit in die Stadt. Sie blieben vor einem Haus stehen und sie staunte nicht schlecht als er sie im oberen Stock in ein Zimmer führte und verkündete, er hätte heute dieses Haus erworben. Natürlich hatte ihr Chef viel Geld, das wusste sie, aber das war nun schon eine Überraschung, das er so schnell etwas passendes gefunden hatte.

Wie vormals besprochen lud er sie ein, als Untermieterin das Zimmer in dem sie gerade standen zu bewohnen. Nicht einmal eine überteuerte Miete wollte er. Nach einigem Zögern sagte sie dann zu und man organisierte eine Umzugsfirma, die noch nachts einige Möbel rüber schaffte. Zumindest hatte sie nun ihr Bett und ihren Schminktisch hier. Vielleicht konnte sie sich von dem nun gesparten Fahrtgeld bald mal ein neues Kleid leisten, das nicht vom Ausverkauf war.

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