Argentum: Die Tage rennen vorbei

Lycia sitzt am Schreibtisch und ließt Callistas Brief, der ihr soeben gebracht wurde. Dabei ist ein kleines Fass Met, das Lycia in die Küche bringen lässt.

Liebe Lycia,

vielen Dank für Deinen lieben Brief. Ich freue mich sehr, dass ihr beiden wohlbehalten in Eurer neuen Heimat angekommen seid und es Euch dort gefällt. Ich bin ein wenig überrascht, dass ihr dort auf so viele bekannte Gesichter aus Victoria gestossen seid, aber ich freue mich für Euch, da es Euch das Einleben sicher noch ein wenig mehr erleichtert. Bitte grüße doch alle recht herzlich von mir.

Da Benendicus ja auch in Eurem Dorf ist, ist Aurora vielleicht auch dort? Ich weiß, du hattest so Deine Probleme mit ihr und auch ich mußte bei so manchem was sie tat den Kopf schütteln, aber ich bin mir sicher, sie hat nichts aus böser Absicht oder Berechnung getan, sich einfach einsam und verlassen gefühlt. Falls sie dort sein sollte, grüße sie bitte ganz besonders von mir und ich werde ihr dann auch einen Brief schreiben. Falls nicht, erkundige Dich doch bitte bei Benendicus, ob er weiß, wo sie geblieben ist.

Hier in Victoria ist es immer noch so laut und umtriebig wie zuvor. Da die Zahl meiner wirklichen Freunde aber recht überschaubar geworden ist, bin ich in den letzten Tagen mehr zu Hause geblieben. Ansonsten stand die Stadt ganz im Zeichen des Liebesfestes, doch bei den ganzen öffentlichen Veranstaltungen, frage ich mich, was diese mit Liebe zu tun haben? Bootskämpfe, Übungskämpfe von Bürgern gegen Gladiatoren des Ludus, eine Hinrichtung im Hafen, als man ein paar Gesetzlose irgendwelchen Flußbestien zum Fraß vorwarf. Ich weiß wirklich nicht, was das soll. Und dann kam es da wohl auch noch zu einem Zwischenfall, als eine der Verurteilten an einen Bogen kam und damit Vega und den ersten Baumeister Lucius verletzt hat. Nun ja, mein Ding war es nicht und ich bin da auch gar nicht hingegangen. Ach ja, da war dann noch so eine komische Veranstaltung. Freie Frauen sollten mit Maske in der Taverne sich ihre Beine beschauen lassen. Stell Dir das einmal vor! Da war ich natürlich auch nicht.

Ansonsten versuche ich ein wenig Zeit gemeinsam mit Pavidus zu verbringen. Es tut ihm richtig gut, dass er nun in Lucius einen Ausbilder gefunden hat. Ich verstehe zwar nicht alles von dem, was er da tut, aber allein seine Begeisterung mit der er bei der Arbeit ist und davon erzaählt, ist ansteckend und einfach nur schön. Leider hat er, ebenso wie ich selbst viel zu tun, so dass unsere gemeinsamen Stunden begrenzt sind. Manchmal vermisse ich die Leichtigkeit oder auch Frechheit an ihm, die mich am Anfang so fasziniert hat, aber er ist ebenso wie ich selbst wohl durch die Ereignisse der letzten Zeit erwachsener geworden. Ich hoffe sehr, dass er mich irgendwann fragt ob ich seine Gefährtin werden möchte, auch wenn da noch einige Steine im Weg liegen. Aber auch diese können wir sicher aus dem Weg räumen.

Ich bin auch froh, dass Lucius sein Ausbilder ist, ist er doch einer der wenigen, die in der Stadt verblieben sind, dessen Ansichten sich mit meinen weitgehend decken und bei dem nicht sein eigener Vorteil im Vordergrund steht, sondern auch der Gedanken ans Gemeinwohl. Vielleicht möchte er sich auch an den Thermen beteiligen.

Und wenn wir schon bei den Thermen sind, nun auch da geht es voran, wenn auch nur langsam. Ich habe im Ludus ein Mädchen gefunden, die nicht nur ein Bademädchen ist, sonderen deren Eltern in ihrer Zeit als sie noch frei war selbst ein Badehaus betrieben haben. Ich hatte sie einige Tage auf Probe bei mir und sie macht einen sehr aufgeweckten Eindruck auf mich und ich habe fest vor sie zu kaufen, kann sie mir doch eine große Hilfe sein. Und auch sonst ist sie eine angenehme Gesellschaft, vielleicht manchmal ein bisschen vorlaut, aber auf eine nette Art, dass man ihr nicht wirklich böse sein kann.

Du siehst, ich lasse mich hier nicht unterkriegen und es geht mir eigentlich ganz gut, auch wenn Dich und Quintus doch vermisse. Ich habe Euch auch ein kleines Fässchen Met mitgeschickt, der erste aus meiner eigenen Produktion. Probiert doch bitte mal, wie er Euch so schmeckt und laßt es mich wissen, was man noch verbessern kann. Den Kalana, den Quintus angefragt hat, schicke ich mit einer größeren Lieferung, die noch ein paar Tage länger brauchen wird. Ich habe mir auch fest vorgenommen, Euch einmal zu besuchen, auch wenn es wohl noch ein wenig dauern wird, bis ich die Zeit und Gelegenheit dazu finden werde. Zuerst muß hier einmal alles seinen geordneten Gang gehen. Ich vergesse Euch ebensowenig wie ihr mich und auch wenn nun einige Entfernung zwischen uns liegt, so bleibe ich dennoch Deine Freundin.

Be well,
Callista

Ein leichtes Schmunzeln liegt auf Lycias Gesicht nach dem Lesen und so nimmt sie sich Papier und Feder um Callista zügig zu antworten.

Liebste Freundin,

von Dir zu hören erfüllt mich mit Freude und die Geschichten aus Victoria sind mehr als faszinierend für mich. Ein Liebesfest mit so vielen Attraktionen um den Tod ist sicher nicht ideal, aber ich habe schon ähnliches erlebt. Dieser Wettbewerb für Freie Frauen von dem Du schreibst, schockiert mich allerdings. Sicher haben diese Frauen, die dort mit machten, keinerlei Moral und Anstand.

Ich habe gehört, das Aurora hier ist, aber getroffen haben wir uns noch nicht. Vielleicht weiss meine Sklavin, wo sie wohnt und ich werde sie besuchen um deine Grüße zu überbringen. Aurora und ich haben uns noch in Victoria ausgesprochen. Ich hege keinen Groll mehr gegen sie. Ob sich daraus eine Freundschaft entwickelt? Möglich ist es, aber das zeigt die Zeit.

Pavidus wäre ein geeigneter Kandidat als Gefährte für Dich liebste Freundin. Er hat als Baumeister, so er gut ausgebildet wird und daran habe ich bei Lucius keinerlei Zweifel, einen sehr guten Stand und Dir kann es nur zum Vorteil sein.

Sklavinnen beim Slaver

Sklavinnen beim Slaver

Aliya und Livia üben täglich ihre Servs, seit man sie zur Ausbildung zum Slaver gegeben hat. Sie machen das schon richtig gut für mein Empfinden, aber ich glaube, Raven ist nicht zimperlich mit Ihnen und das soll auch so sein. Quintus hingegen ist etwas missmutig. Nicht wegen den Sklavinnen, sondern weil der Medicus Corin ihn heute am Bein operieren wird und er danach eine Hand sich schonen muss. Soweit ich weiss hat er aber eine Gefährtschaftszeremonie einen Tag später. Dann wird er sitzen müssen, ich lasse bestimmt nicht zu, das Corins Bemühungen umsonst sind. Aber Du kennst Quintus, er vergisst sich oft selbst.

Quintus beim Medicus Corin

Quintus beim Medicus Corin

 

Oh und bevor ich es vergesse. Gerade habe ich erfahren, das Livia und Aliya gestern menschliche Überreste nahe des Marktes gefunden haben und Unmengen Blut. Was das wohl zu bedeuten hat? Ich habe beide angewiesen sich nicht zu weit von der Villa zu entfernen bei ihren Erledigungen und vorerst wenn möglich alles gemeinsam zu machen. Wir haben mit dem Umzug einiges an Silber ausgeben müssen und Sklavinnen hier in Argentum sind recht rar gesäht. Ich muss nicht erwähnen, das diese dann bestimmt mehr kosten. Außerdem habe ich mich schon so sehr an die Beiden gewöhnt.

Ich schreiben Dir bald mehr, aber nun muss ich darauf achten, das mein Gefährte heute nichts mehr isst und trinkt. Quintus wandert schon ganz unruhig umher.

Vielen Dank für das Fässchen Met, Quintus freut sich sicherlich, wenn ich ihm gleich davon und auch von der Lieferung Ka La Na berichte.

Pass auf Dich auf und viele Grüße.

Be well,
Lycia

OOC: Danke an Callista, das ich ihren Brief auch veröffentlichen darf 😉

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One response to “Argentum: Die Tage rennen vorbei

  1. Ich danke Dir, dass Du meinen Brief veröffentlichst und auch, dass Du so schnell schon wieder eine Antwort geschrieben hast. Ich werde Dir bei Gelegenheit auch wieder antworten, ich finde das mit dem Briefwechsel einfach eine schöne Idee. Allerdings werde ich mir da wohl noch ein paar Tage Zeit lassen, da ich die letzten Tage kaum im Spiel war und es dann auch wieder etwas gibt, das ich berichten kann. 🙂

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