Victoria: Quintus gibt sein Amt ab

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Dieses Mal sollte die Ratsversammlung stattfinden und begann sogar überpünktlich. Dieses Mal waren viele Gemüter am Kochen und dieses Mal gab es mehr Störungen als eigentliche Tagesordnungspunkte. Lycia besah sich alles und lauschte wie immer mit dem gemeinen Volk am Eingang. Sie hasste es. Sie hasste es so sehr, das schräg neben ihr Frauen wie Lucia Crispa, ihre einstige Freundin, nun Feindin?, standen. Sie hasste es, das ihr ehrenwerter Gefährte und Prätor nicht auf dem blauen Stuhl des Magistrats saß und sie hasste es am Meisten, das dieser widerwärtige Arreconius (auf den vollen Namen bestand er ja, obwohl sie hätte schwören können, das der Administrator oder einer der Räte ihn Arrec nannten) der Aedil geworden war und es sogar wagte vor dem Rat einfach haltlose Forderungen zu stellen.

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Zum Glück wurden diese sonderbaren Forderungen des Aedil abgeschmettert und im Zuge dessen warf dieser nun auch sein Amt hin. Na also. Hatte er das ja wenigstens selbst bereinigt. Oh sie war so wütend gewesen neulich, als er bei ihnen im Haus Quintus so herablassend und doch schleimig behandelt hatte. Ihr Gefühl sagte ihr einfach, das dieser Rarius Gift versprühte. Zwar nicht so clever wie Caius Aelius, aber zumindest war er auch nicht das, was Lycia als einen ehrvollen Krieger bezeichnen würde. Nicht umsonst hatte sich ein Großteil der roten Kaste aus Victoria zurück gezogen und sich entweder in den Krieg mit den Piraten oder auf die Suche nach neuen Ufern gestürzt.

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Die weiteren Punkte der Ratssitzung interessierten sie nicht sonderlich. Der Baumeister stellte einen Lehrling vor und erzählte von der Stiftung der Latrinen für die Unterstadt. Ein guter Mann ist das, aber viel zu viel Herz. Sie selbst hatte nach reiflicher Überlegung wieder abgelehnt, Corvus, dem Wirt und Volkstribun zu helfen mit etwas Bildung für die armen Kinder. Kaste über allem. Man konnte ja nicht zulassen, das dieses wertvolle Wissen kostenlos und sinnlos in der Unterstadt verbreitet wurde. Jedenfalls interessierte sie die Unterstadt nun nicht mehr so sehr wie zuvor, als dort noch Freunde von Quintus und ihr gelebt hatten. Sollten die doch da unten weiter auf die Straße kacken, wenn der Rat nicht einmal kostenlose Latrinen annehmen konnte.

Quintus’ Auftritt kam ganz zum Schluss. Sie wusste von nichts und war nach seinen Worten einfach nur geschockt und wütend. Er dankte ab. Nun gut, das war seine Entscheidung. Aber kümmern tat es kaum einen. Schade, aber das war zu erwarten, wenn man bedachte, wie man ihren Gefährten in letzter Zeit mit undankbaren Aufgaben betraut hatte. Der vormals geliebte und geehrte Prätor war mittlerweile so sehr in seiner Arbeit beschnitten worden, das er zuhause meist nur noch rum saß, Trauben aß und sich von seiner Gefährtin und seinen Sklaven umsorgen liess.

Nach der Versammlung ging Lycia mit Quintus Heim und er erzählte ihr den Grund seines Rücktritts. Es schmerzte sie, aber natürlich würde sie wie es sich gehörte ihren Gefährten in all seinen Unternehmungen unterstützen. Die blaue Kaste dürfte nun damit beschäftigt sein einen neuen Prätor zu bestimmen. Der Job in Victoria war sicher heiss begehrt…

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