Victoria: Brand – Livias Erzählungen

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Ich schlief auf meinem Kissen, als mein Herr mir eröffnete, das ich heute mein Brand bekommen würde. Neugierig und ein wenig ängstlich folgte ich ihm in die Unterstadt. Natürlich ist dieser Moment etwas ganz besonderes im Leben eines Sklavin. Aber die gemischten Gefühle verfolgten mich eine Weile. Je länger der Weg dauerte um so schneller schlug mein Herz und ich blieb als wir beim Schmied ankamen erstmal hinter meinem Herrn stehen.

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Der Junge des Schmieds, sein Name ist Mika, war sehr freundlich zu mir. Er bereitete alles vor und als das Brandeisen in der Glut verschwand, wurde mir langsam immer mulmiger. Ich musste auf das Holzkreuz klettern und wurde festgebunden. Der Schmied hielt mir ein Beissholz an die Lippen und ich war sehr froh darüber. Dann ging alles sehr schnell. Der Schmied setzte das glühende Eisen an und ich biss auf das Holz. Der erstickte Schrei aus meiner Kehle war doch lauter, als ich selbst gedacht hatte und Tränen rannen über mein Gesicht. Der Geruch verbrannten Fleischs erfüllt den Hof des Schmieds und mir wurde schwindelig.

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Mika versorgte mich mit etwas Wasser und half mir nach einer Weile wieder auf, als mein Kreislauf wieder mitspielte. Mein Bein voll zu belasten war in der Tat eine blöde Idee, aber ich konnte mich selbst halbwegs wieder fangen. Nun tat mein Herr etwas für mich wirklich erstaunliches. Er kniete sich vor mich und zog mir meine Sandalen wieder an. Ich glaube, der Schmied hat nicht schlecht geschaut. Mein Herr ist wirklich ein herzensguter Mensch. Ein Grund mehr ihm mit Freude und Stolz zu dienen.

Wir gingen langsam den weiten Weg hinauf zum Haus meines Herrn und als er eine Dame der roten Kaste traf, durfte ich mich für die Zeit der Unterhaltung auf eine Bank setzen. Endlich zuhause angekommen zog Quintus mich zu sich auf den Lectus und betrachtete stolz mein Brand. Mein Herz schlug schneller, als er sagte ich sei sehr tapfer gewesen. Natürlich bedankte ich mich auf meine Weise bei ihm und er nahm mich gierig über den Lectus gebeugt. Erschöpft sank ich in seine Arme und er erlaubte mir die Nacht auf dem Lectus zu schlafen. Stolz auf mein Brand und auch auf meine Tapferkeit schlief ich bald ein in den Armen meines Herrn.

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