Victoria: Hoch hinaus

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Es war bereits dunkel als Julius und Lycia den Turm bestiegen, dicht gefolgt von seiner Sklavin, die darauf Acht gab, das Lycia nicht ihr Kleid beschmutzte oder gar herunter fiel. Oben angekommen schaute Lycia auf den Hafen von Victoria und spürte die angenehme frische Luft auf ihrer Haut. Schiffe waren für sie zwar schön anzusehen, aber sie wurde schnell seekrank, was Julius amüsierte. Schliesslich war Victoria über den Seeweg erreichbar und so gestand sie ihm, das sie sehr selten die Stadt über diesen verließ. Nur wenn sie wirklich musste.

Dort oben standen sie nun und unterhielten sich doch tatsächlich über…Politik. Lycia war irgendwie froh darüber, denn Julius Komplimente hatten sie ganz schwindelig gemacht. Sie genoss es zwar, aber war immer der Ansicht, Gutes sollte man nur wohl dosiert verteilen um nicht daran überdrüssig zu werden. Julius hatte einiges vor. Er stand natürlich hinter Tasdron, denn er brachte den hiesigen Händlern einen guten Stand und so wie Lycia das einschätzte, hatte der erste Händler Victorias ein sehr gut gehendes Geschäft. Er könnte sich vorstellen eines Tages einmal als Administrator für Victoria zu agieren. Julius hatte also große Ambitionen, aber das hatte Lycia längst vermutet.

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Da ist mir Julius dauernd durch die Brüstung abgehaun als ich nen Foto machen wollte 😉

Dennoch hatte Lycia dieses miese Gefühl im Bauch. Quintus hatte ihr zuvor erzählt, das Julius eine Gefährtin hätte. Sie lenkte das Gespräch etwas ungeschickt auf das Thema und erfuhr das er im vierten Jahr mit seiner Gefährtin gesegnet war, sie ihm aber keine Kinder geschenkt hatte bis jetzt. Lycia war es wirklich unangenehm, Julius tat ihr Leid. Er hatte aus einer voran gegangenen Gefährtenschaft zwar eine Tochter, Callista, aber ohne Sohn mit derart großen Ambitionen, wusste sie genau, was seiner jetzigen Gefährtin blühen würde.

Man sprach auch darüber, das Lycias Onkel Quintus einen guten Gefährten für sie suchte und das er sicher nur jemanden aus hoher Kaste dulden würde oder in entsprechender Position. Lycia war dieses Thema immer unangenehm, besonders wenn ein Mann es ansprach. Sie fühlte sich dann immer so wie eine teure Ware, die man versuchte über Wert zu verkaufen. Natürlich hatte sie ein beachtliches Erbe, was ihr Onkel verwaltete, aber sie wollte um nichts in der Welt wegen des Geldes eine Gefährtenschaft eingehen.

Bald wurde es still. Beide schwiegen. Doch dann sagte Julius er würde sie heim bringen, was ihr nur all zu gelegen kam. Nichts war schlimmer als betretenes Schweigen. Sie stiegen herunter und er geleitete sie zum Haus ihres Onkels. Dort vor dem Eingang standen sie noch einen Moment und irgendwie fiel es beiden schwer sich los zu eisen. Lycia bedankte sich für den schönen Abend und Julius tat es ihr gleich. Sie ging dann schweren Herzens hinein und atmete erst einmal ein und aus um sich zu beruhigen. Snapshot_004

Ihr Onkel war zuhause und nachdem er sein Bad beendet hatte, tranken sie im Wohnbereich noch einen Wein. Lycia erzählte natürlich von ihrem Abend und Quintus war merkwürdig missmutig. Sie vermutete dahinter, das Julius ihm nicht gut genug war oder ihm missfiel, das er sich mit seiner Nichte traf, obwohl er in Gefährtenschaft war. Lycia war egal wieso, sie spürte einfach das Quintus unzufrieden war.

Er hatte wohl einen mehr als chaotischen Tag gehabt. Dauernd waren ihm Missgeschicke passiert. Erst hatte er Aurora wohl nur im Handtuch bekleidet geöffnet und sie war schnell geflüchtet, dann war ihm dieses draussen sogar noch herunter gefallen und er hatte ganz Victoria seinen blanken Hintern präsentiert. Nun bekleckerte er sich auch noch mit Wein und Lycia half ihm den Fleck einzuweichen. Sie konnte aber nicht anders und starrte nun auf seinen nackten Oberkörper. Oh je, sie spürte schon wieder dieses Kribbeln, wenn sie ihn an sah. Das war doch alles nicht richtig oder?

So entschied sie sich dafür nun schlafen zu gehen und Quintus folgte ihr. Sie legten sich eng an einander gekuschelt schlafen und Lycia hielt es nicht länger aus. Sie gestand ihm, das der Kuss neulich wirklich sehr schön gewesen sei und er sah es genauso. Natürlich hätte sie nun etwas unternehmen können, aber sie war viel zu feige, viel zu unsicher und hatte Angst würde sie ihm ihre Gefühle offenbaren, das er sie hinaus werfen würde oder schlimmer.

Am nächsten Morgen…

Lycia half ihrem Onkel wie versprochen bei seinen Schriftrollen, sortierte und katalogisierte Sie wie sie es so oft mit den Waren ihrer Eltern getan hatte. Immer wieder blickte sie kurz zu ihm, sagte nichts und nach einer Weile rauschte sie auch schon aus dem Haus um nicht weiter in seiner Nähe sein zu müssen. Sie traf Freunde und verbrachte die meiste Zeit des Tages ausserhalb des Hauses. So bekam sie auch nicht mit, was abends im Hause Calpurnianus geschah.

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Livia hatte bis eben geschlafen und war noch ganz aufgewühlt von ihrem sehr intensiven Traum. Sie rappelte sich von ihrem Kissen auf, als sie ein Klopfen hörte und erschrak als ihr Herr dann an ihr vorbei eilte zur Tür.

Langsam kam sie auf die Beine und kaum war sie das, kamen Quintus und Aurora hinein. Sie setzten sich je auf einen Lectus und Livia holte Wein und Obst für ihren Herrn und seinen Gast.

Die zwei schienen ernste Themen zu besprechen und sogar von der Wahrscheinlichkeit einer Versklavung Auroras war die Rede. Diese war vollkommen aufgelöst und so brachte Livia ihr schnell ein Tuch um sich die Tränen abzuwischen. Doch Quintus erzählte Aurora etwas über den Heimsteinschwur und das es dann um ein vielfaches sicherer für sie in Victoria sein, wenn sie nicht mehr nur als Gast hier lebte.

Aurora war sehr dankbar für Quintus Hilfe und Livia freute sich. Die Herrin war sehr gut zu ihr und scheinbar schienen sich beide auch sehr zu mögen. Nur irgendwie verstand ihr Herr das alles nicht und als Aurora sich ihm, für Livia längst offensichtlich, etwas umständlich offenbarte, verstand Quintus wohl garnichts und wurde sichtlich unruhiger.

Die Luft brannte zwischen den Beiden und Quintus wurde zusehends blasser. Livia eilte hinaus um einen Krug Wasser zu holen, doch als sie wieder herein stürmte, stolperte sie und der Inhalt des gerade noch vollen Krugs landete leider genau auf Quintus und Aurora. Sie erstarrte zur Salzsäule und erwartete schon ein riesen Geschrei und ja, sie spürte schon die Bestrafung, die sie ereilen würde. Doch Quintus liess sich nur ein paar Tücher bringen und Livia sollte Aurora eins von Lycias Kleidern geben, damit sie nicht in nassen Sachen bleiben musste.Snapshot_006

Gesagt getan und so stand Aurora bald in einem trockenen Gewand vor Quintus. Livia brachte noch die Kleider zum Trocknen in die Küche und schürte dort den Ofen ein, dann benötigte sie ihr Herr nicht mehr und ehe sie sich schlafen legte, sagte er ihr aber noch, das er nicht wütend sei, was sie dankbar lächeln ließ.

Sie liess sich auf ihrem Kissen nieder und rollte sich zusammen. Bald schon schlief sie, während ihr Herr und Aurora noch sprachen.

OOC: Zwei RP-Tage in einem. Ich war gestern unterwegs und hatte keine Zeit für den Blog. Es macht so viel Spass in Victoria, da komm ich mit dem Schreiben kaum hinterher. Bis jetzt ist mir auch nur einmal eine wirklich merkwürdige Spielerin begegnet, um die ich persönlich sollte ich sie noch einmal im RP sehen, einen großen Bogen machen werde. Es fühlte sich doch stark an, als würde sie sich über das RP lustig machen und auch wenn man Spaß im RP haben kann, reagiere ich extrem empfindlich darauf, wenn man versucht einem die Laune am RP zu verderben indem man sich kindisch benimmt. Aber ein Lob gibt es auch von mir. Bis jetzt kein OOC Drama, was mir aufgefallen wäre und alle RPs laufen so herrlich stimmig. Ich bin verdammt gern in Victoria.

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4 responses to “Victoria: Hoch hinaus

  1. Schöner Beitrag!

    Nur kurz, Victoria liegt am Vosk, der Hafen ist ein Flusshafen. (Süßwasser)

    Der Punkt ist der, die Atmosphäre leidet beträchtlich, wenn man das RP auf eine Art “Gor-Persiflage” runterspielt, deshalb reagiere ich auf so etwas ähnlich empfindlich wie du. Es kann auch mal lustig sein, aber der Punkt ist, dass wir uns eben im Gor RP letztlich weder Friede, Freude und Eierkuchen wünschen noch “was haben wir es doch alle lustig”, sondern Spannung und Abenteuer. Bei den jetzt vorhandenen Spielern glaube ich, dass es da große Übereinstimmung gibt.

    Ich würde es ähnlich machen wie du, einfach um die Person drum herumspielen. Wenn die überwiegende Mehrheit von Spielern so das richtige Signal setzt, pendelt sich das von allein ein.

    • *hust* nich nachgedacht im Schreibfluss. Habs im Text schnell korrigiert *dumdidum* Naja, dabei sollt ichs wissen, hab mir die Karte ja angesehen. Manchmal schreibt man schneller, als man dann so denkt…

      Japp, die besagte Dame war ja doch sehr….anstrengend und ich war schon kurz davor meine IC-Pläne ad acta zu legen für den Abend, weil es einem einfach sofort die Lust nimmt. Gut, das man sich meistens aus sowas raus rpn kann und vllt sogar den ein oder anderen dann auch rettet.

      Ich gebe zu, ich liebe gute Dramen im RP. So richtig mit allem drum und dran. Aber ab und an mal was lustiges oder ruhigeres ist mir auch recht. So wies passt halt.

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