Victoria: und nun?

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Nun lag sie im Bett und er war schon wieder nebenan im Schreibzimmer. Sie drehte sich auf den Rücken, liess ihre Finger langsam über den noch Körperwarmen Lectus gleiten und versuchte wach zu werden um Traum und Realität auseinander zu halten.

Sie waren spazieren gewesen, teils um Quintus mal von seiner Arbeit weg zu locken, teils weil sie selbst sich am Hafen nicht allein aufhalten wollte, wenn dieses Gesindel dort rum lungerte. Der eine hatte ihr etwas nach gerufen und sie wusste, es war sicher kein Kompliment gewesen. Also alleine in die Richtung gehen? Nein danke. Nicht mit Schmuck am Körper, dessen Gegenwert vermutlich Quintus Villa bezahlen könnte.

Doch zuvor…ja, da war diese Angestellte vom Haus Crispus gewesen, Aurora. Angeblich fehlten ihr noch Papiere um hier in Victoria arbeiten zu dürfen. Lycia war aber froh, das Quintus sich kümmer wollte. Nicht das Lucia und Gaius noch Ärger bekämen. Wobei, merkwürdig war es schon…aber was verstand Lycia schon von der Arbeit eines Prätors.

Man plauderte belanglos während des Spaziergangs, doch es tat gut. Quintus und Lycia hatte so oft Streit, da war dieser ruhige Abend eine wahre Wohltat, nicht zuletzt weil ihr Onkel doch recht sympatisch sein konnte, wie Lycia fand.  Sie langweilte sich, was sie Quintus gestand. Da sie nicht arbeiten musste und auch nicht wirklich anstrebte als Händlerin in Victoria Fuß zu fassen, dort gab es schliesslich schon alles was man benötigte, schlug Quintus ihr vor, wenn es sie nicht noch mehr langweilte, könnte sie ihm ein wenig zur Hand gehen mit Ablage von Schriftrollen und ähnlichem.

Das war kein Traum an Aktivität, die sie sich gewünscht hätte, aber nützlich allemal. So würde ihr Onkel viel mehr Zeit haben in Victoria mit ihr gemeinsam gesellschaftliche Ereignisse zu besuchen. Als sie Heim gingen liess er sie kurz warten, weil Quintus, oh Wunder, nach Aurora schauen wollte. Sie hatte wohl eine ungewollte Begegnung mit der Faust eines Rarius gemacht, was aber gänzlich unabsichtlich seinerseits gewesen war, so erfuhr Lycia später. Die Sorge um Aurora liess Lycia dennoch ein wenig eifersüchtig werden.

Als sie so vor sich hin fluchte, kam ein ihr unbekannter Rarius vorbei und Lycia hätte ihn sicher gern näher kennen gelernt, doch dann folgte auch schon ihr Onkel und schon ging es Heim.

Auf die Frage, ob er schon einen geeigneten Gefährten für Lycia gefunden hätte als sie wieder zuhause waren und Wein tranken, sagte er, das es schwierig sei und sie pflichtete ihm bei. Natürlich wäre es schön, wenn man denjenigen mag, aber vorrangig war in diesem Fall die Kaste und da kam nur eine höhere als die Händlerkaste für Lycia in Frage.

Mehr im Scherz sagte sie zu Quintus “Dann nehme ich halt dich zum Gefährten” und er verschluckte sich an seinem Wein. Natürlich lachten beide herzhaft, aber so ein gewisser nachdenklicher Blick haftete beiden an. So ganz wusste sie nicht mehr was dann geschehen war. Sie hatten Späße gemacht und damit niemand erfahren sollte, das der Prätor einen bedenklichen Geisteszustand hätte, forderte sie für ihr Stillschweigen einen Kuss.

Er küsste sie sanft auf ihre Lippen und sie…sie ließ es nicht nur geschehen..sie küsste ihn wieder. Als sie sich aus diesem Moment lösten, starrten sie einander an. Sie starrten bestimmt eine lange Zeit, denn beide entschieden nicht darüber zu reden, das der Kuss scheinbar etwas ausgelöst hatte. Lycia legte sich in den Armen von Quintus schlafen und…ja nun war es wieder hell.

Lycia beschloss, den Tag heute ihrem Onkel aus dem Weg zu gehen. Zumindest so lange, bis sie wusste, was sie sagen sollte.

 

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