Victoria: Verbündet

Snapshot_016

 

Wenn sie abends auf das Theater blickte wurde ihr jedes mal schwer ums Herz. Ihr Vater hatte die Kämpfe geliebt und sie immer mitgenommen. Zusammen hatten sie gejubelt, gefeiert und mitgefiebert. Mitten zwischen dem Pöbel, nicht auf irgendeiner langweiligen Tribüne. Sie hatten ihr Leben genossen, ohne die Einschränkungen einer hohen Kaste.

Ihr Vater war ein stolzer Mann gewesen, reich an Gold und Erfahrungen. Als er ihre Mutter traf, hatte sich sein Leben zu einem Kampf zwischen Liebe und Gesellschaft entwickelt. Zum Leidwesen aller, aber besonders zum Leid von Lycia. Sie hatte als Kind nie verstanden, wieso die Verwandtschaft ihrer Mutter sie mied. Sie war ja nur ein Kind, geboren in eine Kaste, die harte Arbeit, aber auch Verstand voraussetzte. Wieso war ein Händler weniger wert als ein Schriftgelehrter, der nichts tat außer schreiben und verwalten, aber dabei nichts wirklich Wichtiges unternahm?

Heute wusste sie, das mehr hinter der blauen Kaste steckte als man ihr damals glauben machte. Sie wurde erwachsen und mit ihrem Verstand reifte auch ihr Körper, was sie immer schmerzlicher feststellen musste. Diese Wut im Bauch. Immer wieder der Konflikt zwischen ihr und ihrem Onkel. Die Blicke der Männer, die sich auf sie hefteten wie die einer widerwärtigen Schmeißfliege. Ihr Onkel, der sie nahezu pausenlos warnte. Bei den Priesterkönigen, sie war doch nicht so dumm und tat etwas unüberlegtes.

Snapshot_018

Stattdessen schnappte sie sich als ihr Onkel ein paar Tage fort war ihren kleinen Beutel mit den 11 Silber drin und schlenderte zu den Händlergassen hinab um Stoffe zu kaufen. Nach ein wenig herum fragen fand sie jemanden, eine Sklavenhändlerin namens Lucia Crispa, die ihr gerne erklärte wo es die besten Stoffe gäbe und gab ihr einen ihrer Kampfsklaven an die Hand, der sie hin führen sollte. Jordan hiess der großgewachsene, muskulöse Mann und er half ihr beim aussuchen der Stoffe und brachte ihr den schweren Stoffballen hinauf in die Villa. Sie war so dankbar, das sie ihm ein Silber gab für seine Hilfe, was sicher zu viel, aber ihr doch mehr als Wert war, wenn man bedachte, das sie bestimmt 20 mal auf seinen doch sehr strammen Hintern gestarrt hatte.

Wenige Stunden später war auch ihr Onkel zurück. Sie freute sich wirklich ihn zu sehen und noch mehr als er sie lobte für ihre Idee mit dem Stoff. Das sie das Silber allerdings so leichtfertig vergab an einen Sklaven liess ihn schmunzeln. Er war allerdings auch sehr freigiebig heute und schenkte Lycia eine kleine blaue Flasche mit einem besonderen Duft, den er einem Händler aus Thentis abgekauft hatte. So etwas besonderes hatte noch nie jemand Lycia geschenkt und dementsprechend dankbar war sie ihm. Ihr Onkel war wirklich ein Rätsel. Zwischen Fürsorge und Strenge schwankte sein Gemüt wie das Wetter an manchen Tagen.

Snapshot_020

Bald ging Lycia ins Bad, die Sklavin folgte ihr auf Geheiß ihres Onkels und wusch sie während Lycia einfach alle Gliedmaßen von sich streckte im angenehm heissen Wasser. Lycia spürte wie die Berührungen sie ganz hitzig werden liessen und schickte die Sklavin hinaus. Sie konnte das jetzt nicht ertragen. Sie ging aus dem Wasser, liess sich abtrocknen und einölen und schlüpfte in ihr Nachtgewand. Während sie schon sich zu Bett legte liess sie ihren Onkel ins Bad.

Snapshot_021

Die Geräuschkulisse aus dem Bad drang an ihr Ohr und sie konnte sich nicht zurück halten. Ihr Körper sehnte sich nach Nähe, also tat sie was nötig war, während ihr Onkel sich mit der Sklavin vergnügte. Als er dann zum Bett kam, tat sie als würde sie schlafen, war ihr das Ganze schon sehr unangenehm. Vermutlich hatte er ihr Seufzen gehört. Vielleicht aber auch nicht, sie war sich nicht sicher und schmiegte sich im Schlaf an ihn, weil es ihr einziger Trost war.

Snapshot_002

Tags darauf sprach sie gerade mit dem Magistrat Markus Baratheus, als eine Sklavin aus dem Nachbarhaus heraus trat und in einem katastrophalen goreanisch sie begrüsste. Sie schüttelte nur den Kopf, aber Markus schien wirklich erbost darüber. Über das Gespräch kam zudem noch Sergius Atticus, der Aedil und scheinbar Bruder der Besitzerin dieser schlecht ausgebildeten Sklavin, hinzu und schon ergingen sich die Männer in einem Streitgespräch, das zwar höflich und mit freundlichen Floskeln ausgetragen wurde, aber sah man ihnen in die Augen, man spürte den Unmut deutlich. Lycia stand ein wenig zwischen den Fronten. Gerade noch hatte sie um ihrem Onkel zu gefallen Markus Baratheus eingeladen in das Haus ihres Onkels, so wollte sie doch nicht, das Sergius und Markus sich nun verbal oder nonverbal an die Gurgel gingen. Doch der alte Mann war gewieft. Hatte er doch seine sprachliche Taktik genutzt und Sergius dazu gebracht ihn zu bezahlen damit die Sklavin anständig sprechen lernt.

Natürlich war die Sklavin nicht annähernd das wert, was Markus von Sergius verlangte. Dies sagte Lycia auch offen, als Markus sie nach ihrer Einschätzung fragte, aber sie betonte natürlich wie wertvoll Unterricht beim ersten Schriftgelehrten der Stadt sei. Um aus dieser prekären Situation zu flüchten, entschuldigte sich Lycia schnell und eilte zum Haus ihres Onkels, dem sie direkt in die Arme lief als er die Tür öffnete. Quintus hatte Sergius Stimme draussen gehört und wollte mit ihm sprechen. Lycia kam sie vor wie ein Huhn das zwischen den Männern hin und her rannte und musste über sich selbst schmunzeln.

Snapshot_003

Quintus und Sergius besprachen sich kurz, dann gingen Lycia und ihr Onkel in die untere Stadt um dort beim Sklavenhaus Crispus vorbei zu schauen. Eine Wache vor der Haustür des Ludus ging hinein um sie anzumelden und schon stürmten Gaius und Lucia Crispus heraus mit großen Gesten, vielen Worten und vor allen Dingen…wirkten beide leicht zerzaust. Lycia schmunzelte nur kurz darüber, denn als sie ansetzte um zu sprechen bemerkte sie wie man ihren Onkel hofierte. Herrje und dabei wollte sie doch sich nur für die Hilfe von Lucia und Jordan bedanken. Im Gespräch erzählte Quintus er sei auf der Suche nach einer Sklavin und Gaius eilte in sein Arbeitszimmer um eine Inventarliste anzufertigen.

Snapshot_005

Lucia erzählte währenddessen von dem Fest, das sie geben würden am Sonntag und Quintus und Lycia willigten gern ein vorbei zu schauen. Auch wollte Lycia demnächst auf einen Tee, Lucia hatte irgendwie recht penetrant auf Tee statt Wein bestanden, vorbei zu kommen und sich das Training der Kampfsklaven anzusehen. Am Sonntag würde es einen Kampf geben liess Lucia sie wissen und Quintus überlegte etwas Geld auf einen der Sklaven zu setzen.

Als alles geklärt war verabschiedeten sich Quintus und Lycia und gingen heim. Zuhause angekommen überkam beide ein Lachen, denn sie hatten sich köstlich über die Bemühtheit der Familie Crispus amüsiert. Sie wollten dem Prätor halt etwas Gutes tun und dieser fand das durchaus nützlich wie Lycia schien.

Snapshot_006

Ihr Onkel war müde und gestresst von der ganzen Schreibarbeit und so massierte Lycia ihm die Schultern. Man unterhielt sich und als die Sprache auf die neue Sklavin kam, war Quintus mehr als deutlich. ‘Für meine Entspannung…’ das war Lycia im Gedächtnis geblieben. das sie auch den Haushalt machen sollte war ihr herzlichst egal. Die andere Sklavin war eine Leihgabe aus der Verwandtschaft gewesen und diese hatte Quintus ja schon genug gequält. Lycia fluchte. Er konnte sich nehmen was er wollte und sie durfte sich keinen Sklaven halten. Nun, es war ihr eigentlich auch nicht Recht, aber weil Quintus es verbot war es schon wieder interessant. Wie so vieles.

Sie stritten mal wieder. Der Grund belanglos, das Ende gewiss. Man umarmte sich und alles war gut. Naja fast. Lycia ging zu Bett und vergas gedankenverloren den Vorhang zum Schlafzimmer zu schliessen. So hatte Quintus wohl sehen können wie sie sich auszog und dies schien seine Männlichkeit doch sehr zu regen. Lycia bemerkte es als er in den Raum trat und sie sich gerade ins Bett legen wollte. Oh sie war so wütend. Eben noch sagt er ihr, sie dürfe sich nicht zu sehr ihrer Hitze hingeben sonst bekäme sie keinen Gefährten aus hoher Kaste und schon zeigte er ihr deutlich, was er von ihr hielt. Sie spürte diesen Stich in ihrem Herzen. Es war zerrissen. Natürlich mochte sie ihn, aber sollte er derlei Bedürfnisse in ihrer Gegenwart haben, gäbe es nur zwei Möglichkeiten. Entweder er würde sich zusammen reißen oder sie selbst zur Gefährtin nehmen, was nicht perfekt, aber dennoch möglich war. Sie war ja nur die Tochter seiner Cousine. Sie vermutete, er würde sich von ihr distanzieren. Ein Prätor hatte besseres verdient als ein junges Ding aus der Händlerkaste. Sollte ihr Recht sein. Vermutlich.

 

OOC: Sorry falls es was wirr geworden ist, aber es sind zwei Tage RP in einem und vorgestern und auch gestern ging mir zeitweise Kopfmässig die Puste aus. ich bin so viel RP gar nimmer gewohnt *lach* Ein ganz großes ‘Chapeau’ an Familie Crispus. Wir haben gestern uns köstlich amüsiert über eure Einlage und ich gebe zu die ‘Störung’ war eher unbeabsichtigt *g* Einfach göttlich.

 

 

Advertisements

One response to “Victoria: Verbündet

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s