Shades City – Der seltsame Fremde

Heute Abend war es ruhig in der Klinik, also ging sie nach nebenan ins Shades um ein wenig zu plaudern und zu trinken. Die nette Polizistin Miss Lafitte war auch dort und sie und die Barkeeperin schienen sich köstlich über die Eigenarten eines Mannes zu amüsieren, der in der anderen Ecke am Tresen saß. Delia besah ihn sich neugierig und erkannte sofort. Hübsches Gesicht, eine leicht zornige Miene und viele Probleme. Irgendwas hatte er an sich, egal wie spaßig das Gespräch war, das sie erschaudern liess. Sie machte ein paar Witze und sagte als er was von Vitaminpräparaten faselte, er solle lieber eine Kur mit Eigenurin oder ein Sonnenbad vorziehen statt Chemie in sich hinein zu pumpen. In dem Moment trafen sich Ihre Blicke und …was geschah war Ihr nicht klar. Nur das sie sich abwandte und sich lieber um ihr Getränk kümmerte als weiter um ihn.

Officer Lafitte ging zurück zur Wache und sie selbst musste noch die Pathologie aufräumen, also verabschiedete sie sich und ging. Was sie nicht bemerkte, war, wie er ihr folgte und sich hinter ihr in die Klinik schlich. Sie räumte in Ruhe alles auf und blickte selten zur Tür. Als sie jedoch ein Knarzen hört, rief sie nur ‘Ich bin hinten’, weil sie dachte es wäre die Oberschwester oder die Putzkolonne.

Als sie gerade eine Flasche aufhob und wegstellen wollte, blickte sie in das Gesicht des Mannes, den die Polizistin Kons genannt hatte. Vor Schreck fiel ihr das Glas aus der Hand und die Flüssigkeit darin stieg als widerlicher Geruch sofort in ihre Nase. Starr vor Schreck fragte sie was er von ihr wolle und er konterte etwas unkreativ, er würde auf den Bus warten.

Das Gespräch war wirr, ging sie auf ihn zu, wich er zurück. Ging er auf sie zu, versuchte sie mehr Raum zwischen sie beide zu bekommen. Sie stieß an den Obduktionstisch wo noch die Knochensäge lag und wollte danach greifen, doch er sah es und packte ihre Hand. Sie wehrte sich und schnitt sich in den Finger. Schnell steckte sie sich den Finger in den Mund und leckte das Blut ab. Sie besah sich dann die Wunde, ein tiefer Schnitt. Schnell war er bei ihr, griff den Finger  und statt brutal hielt er ihre Hand sanft in seiner und führte sie zu seinem Mund. Er saugte an ihrem Finger und sie wollte gerade tatsächlich lächeln….da biss er zu. Sie entriss ihm ihre Hand und strauchelte ein paar Schritte weg von ihm.

Da veränderte sich alles an ihm. Seine Haut wurde blass, sein Gesicht ernster und seine Augen blutrot und voller Gier. Sie wich zurück und er zischte sie an..”Gib mir meine Vitamine..” Sie sah seine Fangzähne. Diese unglaublich langen Fänge waren ihr vorher nicht aufgefallen. War sie getäuscht worden oder was dies ein perfider Scherz. Sie verstand kaum was das alles zu bedeuten hatte, doch langsam dämmerte es ihr. Man sprach über streunende Wölfe, die Menschen anfallen. Also wieso nicht auch ein….ein Vampir.

Ehe sie sich versah, war aber dieser gerade noch angsteinflössende Vampir zu einem Häufchen Elend zusammen gesunken und jammerte darüber, das er niemanden umbringen wollen. Nur was er bräuchte nehme er sich. Delia hatte beinah Mitleid mit ihm. Irgendwie verstand sie ihn sehr gut. Er wirkte unabsichtlich brutal und gefährlich. Niemand würde ihn je als ein Opfer seiner selbst sehen. Nun kniete sie sich zu ihm auf den Boden, sah ihn an, hörte ihm zu und entschied sich ihm zu helfen..

Sie legte ihren Kopf zur Seite und bot ihm ihre Vene an. Er wirkte kurz erstaunt. Dann erzählte er, das man oft seinen Blutdurst ausgenutzt hätte. Delia war mittlerweile egal was genau da gerade geschehen war. Sie ließ sich beissen und kurz nachdem der Schmerz des Bisses nachliess, spürte sie eine Wärme, die sie durchflutete, sie umarmte und sie wusste, er würde sie nicht töten. Er hingegen hielt sie fest, presste seinen Körper an ihren und als er genug hatte, versiegelte er die Wunde und wirkte wieder stark und wie ein Fels.

Er half ihr auf, verabschiedete sich und ging. Sie blieb zurück, verwirrt, zitternd und doch…er dürfte jederzeit wiederkommen.

OOC: Ich habe noch nie einen solch verzweifelten Vampir gesehen. Allerdings ist der Konflikt, sein innerer, sehr gut ausgespielt worden. Interessante Art das Thema anzugehen. Bin gespannt, was da noch geschieht.

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