Boardwalk: Nur ein weiterer Handlanger?

Snapshot_037Henrietta war beschäftigt mit dem Barmann zu feixen während sie die Bestellliste für den Club durch gingen, als ihr Stiefvater, Luigi Rosso, auf einmal hinter ihr stand und sie ansprach. Unbemerkt von Max, dem Barkeeper, griff er ihr in den Schritt und fragte als ob nichts wäre, ob im Club alles in Ordnung wäre. Sie wurde stocksteif und fühlte sich unwohl, als er sie so offen und unverschämt berührte. Er schien es zu merken und schickte Max in die Küche.

Sie entspannte sich sichtlich und schlang die Arme um seinen Hals, als er ihre Hüften umfasste und seine Hände nach ihrem Hintern griffen. Er wollte, dass sie ihn ‘Papa’ nannte und küsste. Sie küsste ihn, oh ja, aber sie küsste ihn hart und ohne jegliche Zärtlichkeit. Und sie sagte ihm, sie würde ich nicht mehr ‘Papa’ nennen, denn das ekelte sie an. Er packte sie im Haar, riss ihr daran und verpasste ihr eine Ohrfeige, als sie nicht tat was er wollte. Sie entriss sich seines festen Griffs indem sie ihren Absatz in seine Lederschuhe bohrte und flüchtete fluchend zur Tür des Clubs.

Draussen schrie sie ihn weiter an. So lächerlich es für Aussenstehende wirken musste, so ernst war ihre Rebellion innerlich und sie wusste, ihr Vater war ausser sich vor Wut über ihr Verhalten. Als er sagte, sie solle sich beruhigen und sich zu einem der Passanten gesellen, sagte sie aus Trotz ‘nein’, ging aber dennoch zu dem Mann, der in seinem weißen Anzug auf der Bank saß und den Streit verfolgt hatte.

Man stellte sich einander vor, entschuldigte sich für den ‘Lärm’ und Henrietta war schlagartig wieder freundlich und lächelte. Der Mann hiess Duncan McLeod und war gerade erst mit seiner schwangeren Verlobten von Chicago nach Atlantic City gezogen. Henrietta grübelte, als ihr Vater diesem Mann, dessen linke Gesichtshälfte vollkommen vernarbt war, relativ sofort einen Job in der Personalführung anbot. Was sollte das? Der Mann hatte von Müllbeseitigung gesprochen und soweit sie wusste, hatte ihr Vater den Club und einige kleinere Freudenhäuser, aber keine Müllabfuhr.

Sie grübelte auch noch darüber, als ihr Vater sich schon verabschiedet hatte und sie sich zu dem Mann setzte. Man unterhielt sich und Henrietta versuchte recht subtil immer wieder ihn an zu flirten. Doch ihr schien, er bemerkte es nicht. Langsam anhand des Gesprächs dämmerte ihr aber was. Er war auch nur ein verfluchter Krimineller. Genau wie ihr Stiefvater. Das warf sie ihm dann auch direkt vor, getrieben von der Schmach abgewiesen worden zu sein.

Er stand auf und mit ein paar ‘treffenden’ Worten verabschiedete Duncan sich von ihr. Henrietta trat wütend gegen das hölzerne Geländer und schrie ihm hinterher, er solle sich besser nicht mit ihrem Vater einlassen. Dies war keine Drohung, sondern eine Warnung. Aber sie ahnte, diesen McLeod interessierte ihre Meinung absolut nicht.

Wütend stand sie auf, starrte auf den Modeladen seiner Frau und wusste, wenn man sich zu einem Dinner treffen würde, wie ihr Vater vorgeschlagen hatte, dann würde sie sich schon darum kümmern, seiner Verlobten einen Floh ins Ohr zu setzen. Natürlich nicht direkt, denn wer neu hinzu zog suchte doch auch neue Freunde, nicht wahr?

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