Chicago: Ehrlich währt am Längsten…

1

Duncan holte Ally pünktlich ab. Beide sprachen noch einen kurzen Moment bis sie zur Bank aufbrachen. Vor der Tür der Tribune sah Allissa Molly stehen, die merkwürdig unruhig schien. Natürlich dachte Ally bei sich, die Kleine wäre schon wieder eifersüchtig, weil ihr Liebster bei Ally war und tat es als Kinderei ab. Molly war jung. Sie hatte scheinbar noch nichts von freundschaftlicher Loyalität gehört.

2

 

Als Ally Molly gerade fragen wollte, ob sie später kurz sprechen konnten, war diese schon wieder verschwunden. Duncan und sie gingen zur Bank in der Mr. Toxx schon auf sie wartete und sogleich den geforderten Koffer mit Geld Allissa aushändigte. Nicht ohne ihr zig Papiere zum Unterschreiben vorzulegen natürlich. Dieser Bürokrat war wirklich im richtigen Job. Dennoch hatte der Bankdirektor etwas an sich, was Ally noch weniger gefiel. Sie zweifelte einfach an seiner Aufrichtigkeit.

3

Duncan, der abseits gewartet hatte, nahm den Geldkoffer entgegen und begleitete Allissa hinaus. Dort sprachen sie kurz über die Hochzeit und Ally versicherte Duncan, dass sie zwar nicht aus Liebe, aber scheinbar doch aus Vernunft heiraten würde. Sie wollte nicht mehr auf Kendrone warten, wo sie niemals mehr als die Geliebte sein würde. So sagte sie es zwar nicht, aber sie wusste, das wäre ihre Zukunft, sollte der Don jemals zurück kehren.

Sie verabschiedeten sich und währen Duncan den Koffer zu Giacona in den Club brachte, ging Allissa zur Tribune und holte eine Papiertüte heraus mit einer Flasche feinstem Whiskey. Sie musste zur Beichte und ihr stand weder der Sinn danach, noch wollte sie des Paters für weibliche Sünder angedachte Absolution erhalten. Sie musste beichten, was gewesen war. Natürlich würde sie es beschönigen, verharmlosen. Doch raus musste es.

Sie ging zuerst auf den Friedhof und betete still am Grab ihres Onkels. Sie wusste, dass alles musste sie nicht tun. Doch auf eine gewisse Weise, fühlte es sich richtig an und so ein übler Bursche war Gianni nicht. Sie war mit einem Mafiosi ins Bett gestiegen ohne mit der Wimper zu zucken. War ein Reporter da wirklich gefährlicher? Sie schüttelte amüsiert den Kopf und machte sich auf den Weg in die Kirche.

4

 

Drinnen traf sie schon auf Gianni, der gerade wohl versucht hatte am Beichtstuhl zu lauschen. Sie begrüsste ihn mit ehrlicher Freude und auch er schien erfreut. Doch kaum setzte sie sich neben ihn, schon fragte er, was sie und Duncan bei der Bank zu tun gehabt hatten. Er erzählte, Molly hätte es ihm vor ihrer Beichte, denn sie war gerade im Beichtstuhl, erzählt. Ally war erschrocken, besonders als Gianni etwas von einem Auftrag sagte. Schnell umschrieb sie die Geldgeschichte halbwegs logisch und vage um seinen Forscherdrang zu beruhigen. Das Gespräch der Beiden war wohl etwas zu laut, denn der Pater und Molly brachen ihre Beichte ab und Gianni und Ally bekamen eine kleine Schimpftirade vom Pater zu hören.

Dann durfte Gianni beichten und nach ihm Ally.  Sie musste zwar ihr Höschen beim Pater lassen, was sie mit einem “schon wieder?” bedachte, aber das war ein kleiner Preis. Sie verliess die Kirche, natürlich auch ohne den Whiskey, den der Pater natürlich nicht verschmähte. Nach einem kleinen Spaziergang betrat sie den Cotton Club. Unruhig schaute sie sich um und bald entdeckte sie Duncan und Molly auf der oberen Etage. Sie ging gezielt die Treppe hinauf und stellte sofort Molly zur Rede.

Sie erzählte Ally nur, was Gianni auch erwähnt hatte. Also wusste Gianni nicht wofür das Geld gewesen war und selbst wenn. Er hatte sogar auf den Ehevertrag bestanden. Daher war Allissas Aktion mit dem Geld vielleicht hinfällig geworden. Sie wusste es nicht und so hatte sie dennoch Geld dort, wo er nicht heran kommen würde. Sie bließ angewidert von Mollys ängstlicher Erscheinung ihren Zigarettenqualm in ihr Gesicht und wollte gerade ihr erklären, dass Gianni nicht alles zu wissen brauchte, als eben dieser den Club betrat und von unten herauf ‘Guten Abend’ rief.

Allissa eilte hinab, Molly und Duncan stehen lassend und begrüsste ihren Verlobten. Sie umarmten und küssten sich. Ja, es war Fassade, aber je länger sie es spielte, um sie mehr glaubte und hoffte sie, es wäre wahr. Sie bat Gianni um einen Spaziergang und er willigte gerne ein, reichte ihr seinen Arm und so gingen sie Richtung Hafen.

5

 

Am Wasser blieben sie stehen, genossen die Ruhe des Abends und Allissa war einmal mehr verzaubert von Giannis Worten, die er perfekt zu wählen wusste. Beinah vergaß sie, wie es dazu kommen konnte. Er umfasste ihre Taille, sie küssten sich und als sie fröstelte legte er ihr sein Jacket um die Schultern und begleitete sie Heim. An der Tür der Tribune verabschiedete sie sich wehmütig von ihm und als er ging, lächelte sie.

Sie setzte sich an den Schreibtisch und wollte einige Notizen zu Artikeln durchgehen aber dann stockte sie. Wie ein kalter Schauer kroch es ihr durch Mark und Bein, als ihr bewusst wurde, dass Duncan heute und Giacona vor ein paar Tagen beide erwähnt hatten, Kendrone würde zurück kehren.  Sie schüttelte den Gedanken ab und griff sich die Schachtel unter ihrem Schreibtisch. Ihre Hände strichen andächtig darüber. Ihr Brautkleid.

 

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11 responses to “Chicago: Ehrlich währt am Längsten…

  1. Jaaaa, Ally im Brautkleid….coooool……verdammt ich muß schauen wo ich die ganzen Hochzeits NCs habe…..war ja ne Zeit lang echt der Bündnisch Onkel schlechthin. Goreanisch Nord, goreanisch süd, normale Hochzeit, Vampir Hochzeit……..irische Schnellhochzeit *lach*

  2. Ich bekomm Angst! Ich will nich mehr! Nein nein nein! Im RP heiraten is schlimmer als in SL und da hat ‘MEINE MUTTER’ über Voice mitgesungen!!! *gräbt sich ein Loch und versteckt sich da drin*

  3. Oh, meine erste SL Hochzeit war genial. Louvrett Lytton hat extra für uns im Sky vom Mera Luna eine riesige Plattform aufgebaut und ihre Freundin hat über Voice eine geniale Predigt gehalten, schön auf schwarz getrimmt…..
    Meine Predigten sind eher so Discounter Ware.
    Mußt keine Angst haben, sowas ist toll, vor allem wenns noch was oben drauf gibt *lach*

    *sieht wie Phoenix aus seinem Bunkerloch heraus guggt und dich mit “Hallo Ally, du auch hier” grüßt

  4. Velvet hat meine einzige Hochzeit damals gehalten. Habe ich schonmal erwähnt, dass diese Verrückten mein Kleid auseinander genommen haben und an zig verschiedenen Stellen auf verschiedenen Sim versteckt hatten??? Seitdem hab ich eine Hochzeitsphobie! jawohl!

    *schreit rennend davon und schaufelt mit der Schläg nach Phoenix* Raus aus meinem Loch!

  5. Ach komm, es gibt schlimmeres, zum Beispiel Weihnachten bei ToysRus einkaufen.

    *sieht wie Hawk nur die Augen aufreißt sich in sein Loch duckt und hinter sich 5 Stahltüren verschließt, eine Lasertüre, Fallgruben, Speerfallen und Sprenfallen aktiviert….hört sein Brummen “wieso bekomme ich eigentlich immer so durchgeknallte Nachbarn, warum nicht mal einen normalen, der nur 1000 Gartenzwerge aufstellt, warum?”

  6. Ja natürlich ist er das und solange er nicht schlecht über Capone berichtet darf er auch leben. Er hat zwar kein Geld und nur ein Taxi aber wer weiß, vielleicht hat er ja bald 2. Ausserdem wozu noch einen Kendrone, der is eh vergeben und Geld haste nun selber auch und das Leben ist auch nicht so gefährlich, es sei den er berichtet schlecht über Capone, naja gut über Capone sollte er auch nicht schreiben, die Reporter haben sie damals auch erschossen.

    Warste echt noch nie? Mußte mal machen, kurz vor Weihnachten nach Toys R Us…….. jeder perverse Horrofilm ist dagegen Disney

  7. Bald 2 Taxen? Oh juhu ich dreh durch vor Glück *hust* Und Geld? Ums Geld gehts Ally kein bisschen, ausser das sie es mit beiden Händen ausgibt 😉 Egal wieviel da ist. Bald isses weg.

    Selbstmord ist sooo langweilig.

    Ich bin doch net bescheuert und betrete vor Weihnachten irgendein Spielzeuggeschäft. Am Besten noch mit Sohnemann oder wie? nenene…

  8. Ja natürlich mit Sohnemann, das ist doch erst der große Kick, das bringt erst so richtig das Blut zum kochen……wenn all die kleinen Zwerge heulen , bettelnd und jammernd vor den Regalen stehen, die Eltern sich die Haare raufen, geplagt von Schweißausbrüchen, in den Augen ein Gemisch von hoffnungsloser Verzweiflung und Mordlust.

    • …und mitten drin Simon und unser Sohn, beide mit diesem verschmitzten Lächeln als hätte man ihnen den Laden geschenkt…

      Ich glaube, das lass ich die zwei alleine erleben und geh nebenan Schuhe shoppen 😉

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