Chicago: Zu alt für diesen…

Chicago

Allissa ging wie üblich Montags kurz zur Bank und gab dort die Einnahmen der Zeitung ab. 50% der Einnahmen flossen auf ihr Privatkonto, 20% auf das ihres Onkels für seine Erbverwalter Tätigkeiten, 30% auf das Firmenkonto als Rücklage. Viktor, der Bankdirektor war heute selbst anwesend. Er bat Allissa herum an einen Tisch. Er sagte nichts zu dem Veilchen, verhielt sich wie immer und blieb immer professionell, wurde nie persönlich. Und was Allissa am Meisten schätzte. Er fragte nie nach.

Sie gab ihm einen separaten Umschlag mit 5.000 Dollar. Er öffnete ihn, sah hinein und nickte nur. Sie wollte das Geld sicher vor ihrem Onkel wissen, also legte sie es fest an und nur sie, sie allein, konnte die Anlage verkaufen. Sie unterschrieb einige Durchschriften des Vertrags und reichte Viktor die Hand. Mit einem ehrlich gemeinten ‘Danke’ verließ sie die First Chicago.

Ihr Spaziergang führte sie zum Hafen. Heim wollte sie nicht, denn dort war Tito und er war der letzte Mensch, den sie sehen wollte. Am Wasser stehend sah sie den Schiffen zu, roch den Fischgestank, hörte den Lärm der Verladekräne und dachte nach. Doch sie kam immer wieder zu ein und demselben Ergebnis.

Weiter ging sie die Straße entlang, an einem großen Lagerhaus vorbei und dann stand sie auf einmal vor Miss Shihs Wäschereischiff und nickte zu sich selbst. Sie betrat das Schiff, grüßte freundlich und stockte, als sie Lori sah, die an einem Tisch stand, der übersäht war mit Tarot-Karten.

Gerade als sie Lori fragen wollte, was sie hier machen würde, sah diese Allys Veilchen und so versprach Ally es zu erzählen, wenn Lorinda ihr sagte, was sie hier tat. Lori arbeitete hier für Miss Shih, durfte aber auch ihren Voodoo und allerlei andere Dienste anbieten. Besonders bei den Seeleuten war sie wohl sehr beliebt. Ally erzählte also, dass Tito sie wiedermal geschlagen hatte.

Leider war dies nicht unüblich in den ‘Familien’ und sie glaubte kaum, das eine Anzeige bei der Polizei etwas ändern würde. Lori sprach aus, was Ally dachte. Tito musste verschwinden, auch die eine oder andere Weise. Das Tito seine Geschäfte an Masseria weiter gab, sobald er sich zur Ruhe setzte oder verstarb, kam den beiden Frauen dabei wirklich gelegen.

Lorinda, die Ally eine Salbe fürs Auge gegeben hatte, gab ihr auch ein weiteres Fläschchen mit, dass Ally sofort in ihrer Handtasche verstaute. Loris Worte waren klar. ‘Im Essen gehts am Schnellsten, aber es geht auch mit Salben oder ähnlichem’ Keiner würde Verdacht schöpfen. Der Mann war alt, hatte Rheuma und Asthma und lebte sehr ungesund. Und wenn doch jemand mehr dahinter sah? Nun, es gab immer noch gewisse Personen, die seine Geschäft beerben sollten, nicht wahr?

Als die Nichte von Miss Shih das Schiff betrat, verabschiedete sich Allissa schnell und ging. Sie wollte nicht, das jemand mitbekam, was Lori und sie sich überlegt hatten. Sie schlenderte Richtung Supermarkt, wo sie noch ein paar Lebensmittel einkaufen wollte, als sie sah, dass ‘das’ rote Licht leuchtete.

Sie ging hinein, nachdem sie sich vergewissert hatte, das keine Cops in der Nähe waren. Drinnen wurde sie freudig begrüsst von Duncan, der irgendwie extrem ausgelassen wirkte. Sie nahm an der Bar platz, liess sich einen Wein geben und erfuhr, dass Duncan und Molly sich nach dem Streit vor dem 4811 wieder vertragen hatten. Das erklärte natürlich seine gute Laune, auch wenn Ally Molly nicht ganz traute. Die Kleine war einfach zu ehrlich, zu naiv.

Auf Duncans Nachfrage wegen dem Veilchen antwortete Ally nur etwas betrübt mit ‘Familienangelenheit’ und das sie die Sache selbst in die Hand nehme. Duncan wusste von seinem Boss Kendrone schliesslich, das man sich in manche Dinge nicht einmischen durfte, wenn es um Familienbande ging.

Man trank, man unterhielt sich locker und nach und nach füllte sich die kleine Kneipe. Ally scherzte ein wenig, trank viel Wein und das ein ums andere Mal geriet sie ins schwanken, aber behielt dennoch das Gleichgewicht. Außerdem lernte sie Miss Yiyuan kennen, die mit Lori die Kneipe betreten hatte und die Nichte der Besitzerin der Wäscherei war.

Zur selben Zeit in den Räumen der Chicago Tribune…

Tito begrüsste Gianni, der, nachdem sie sich gesetzt hatten, sofort mit seinen Fragen begann. Tito wollte natürlich wissen, was ihm die Antworten wert waren, aber Gianni war ein cleveres Bürschchen und ermahnte Tito, dass er keinerlei Dinge über seine Nichte Allissa und ihre Verbindungen zu illegalen Geschäften während ihrer Arbeit im Cotton Club in seinem Artikel oder gar anderswo erwähnen würde, wenn er jetzt mitspielte.

Erpressung also. Tito war nicht sonderlich begeistert, schmunzelte aber nur. Also versuchte er, sofern möglich Giannis Fragen zu beantworten. Nur leider, konnte er dies kaum, denn er fragte nach Giacona und selbst Tito hatte nur legal Importgeschäfte zu Giacona, der unter anderem Spezialitäten aus Italien nach Amerika importierte. Natürlich kannte er die üblichen Gerüchte, aber da Gianni ja nach der Wahrheit suchte, war er bei dem alten Mann an der falschen Stelle.

Über Kendrone sprach Tito herablassender. Er wusste es nicht sicher, aber der Blick seiner Nichte neulich hatte alles gesagt. Kendrone hatte keineswegs Wort gehalten und sich von ihr fern gehalten. Gianni erzählte er noch das ein oder andere, mutmaßte herum, aber da der alte Mann im Grunde nur seine eigenen Geschäfte und die Quärelen von Allissa im Kopf hatte, bekam er kaum was mit.

Dann machte Gianni ihm ein Angebot, dass ihn allerdings aufhorchen ließ. Gianni wollte sich darum kümmern, dass Allissa nicht mehr ihren Schund abdrucken würde, sondern die Zeitung mit gut recherchierten Artikeln von ihm füllte und er würde im Namen von Tito seiner Nichte gewisse Personen vom Leib halten. Dafür wollte er 20% der Zeitung und die Zusage, dass alles gedruckt würde, was er schrieben hat.

Tito wusste, das war ein mieses Geschäft, aber auf seine alten Tage, wollte er sich nicht mehr mit den Belangen der Zeitung herum plagen. Allerdings stellte er noch eine Bedingung an ihn. Gianni müsse selbst mit Allissa sprechen, was dieser am Freitag tun wollte. Die Männer verabschiedeten sich per Handschlag und Tito begrüsste Gianni als Mitglied der Chicago Tribune. Den Vertrag würden sie nächsten Montag unterzeichnen.

Als Gianni schon gegangen war, setzte Tito sich wieder. Allissa würde mit unterschreiben müssen, also würde dieser Reporter gute Argumente bringen müssen. Aber das war nicht sein Problem.

Zur selben Zeit in der Speakeasy…

Molly und Feli betraten die Kneipe. Molly fühlte sich sichtlich unwohl und Allys Anwesenheit schien das zu verstärken, was diese natürlich ausnutzte und kleine Spitzen gegen Molly fuhr.

Der Alkohol hatte allerdings sein übriges getan und Ally musste bald heim. Sie stand schwankend auf und Lori hatte eingewilligt sie Heim zu fahren. Ehe sie aber ging, umarmte sie Duncan und küsste seine Wange, bis Lori sie weg zog. Natürlich waren Duncan und Ally sehr gute Freunde, aber Molly, die daneben stand und kochte vor Wut, war enorm eifersüchtig, erklärte Lori später im Auto.

Ally fand dies enorm amüsant und während Lori fuhr, sich verfuhr, redeten die Frauen noch etwas über Kendrone und alles mögliche. Zuhause angekommen, drückte Ally Lori zum Dank und schwankte die Treppe hinauf in ihre Wohnung. Ihr Onkel war gerade im Bad, aber seine Rheumasalbe lag offen auf dem Tisch. Sie tat, was zu tun war.

Als Tito aus dem Bad kam um seine Salbe zu holen, lag Ally bereits in ihrem Bett und schlief…

OOC: War ein klasse Abend, aber mir fehlten die Iren und der Bulle/Archie. Schade drum.

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