Chicago: Die doppelzüngige Schlange

Ally hatte sich das Wochenende über kaum aus dem Haus getraut und Freunde gebeten für sie einzukaufen. Die Einkäufe kamen in ihrer Wohnung an, aber sie schlich von der ersten Etage immer herauf, holte sich das Nötigste und verharrte sonst in der sonst leerstehenden Wohnung. Nur der Don wusste, wo sie war und der hatte sich nicht mehr sehen lassen, seit..ja seit man seine Tochter Sabrina tot aufgefunden hatte. Die Nerven von Ally lagen blank. Immer wenn sie zur Ruhe kam begann sie zu zittern. Freitag noch dachte sie, jetzt wird alles gut, doch als man erfuhr, dass di Valpecca noch lebte, war allen klar, dass der Tod von Sabrina erst der Anfang war. War es all das Wert? War ihre Liebe zum Don es wert, dass sie hier starb? Normalerweise hätte sie ja gesagt, aber ihre innere Ruhe und ihr Mut waren durch die Entführung mehr als angekratzt.

Als sie sich gerade frisch gemacht hatte und etwas aus ihrer Wohnung holen wollte, wartete vor der Tür ein Officer. Zum Glück dachte er, sie käme gerade erst ins Haus und so blieb ihr Versteck auch ein geheimes. Der Mann hatte eine Vorladung dabei und Ally ging mit ihm. Sie hatte ihm nicht mal richtig zugehört und ging einfach davon aus, dass es sich um eine normale Befragung handle. In der Wache angekommen schubste man sie aber regelrecht in Miss Daltons Büro, wo der Beamte sich in eine Ecke stellte um sie zu überwachen, als wäre sie eine Kriminelle.

Mary saß an ihrem Schreibtisch und warf Ally sofort vor Drogen konsumiert zu haben am Freitag und dass daher ihre Aussage hinfällig wäre. Ally verneinte dies und verstand nicht auf auf Anhieb was Mary plante. Sorgenvoll sah sie sich um, fragte immer wieder worum es hier ginge, doch Mary schien auf jemanden zu warten. Da kam auch schon der Don zur Tür herein. Er sah aus, als wäre er binnen weniger Stunden um Jahre gealtert. Er schien kurz vorm Explodieren zu sein und Ally verschlug es für einen Moment wirklich die Sprache. Mary hingegen plauderte munter weiter und sprach davon, dass alles, was geschehen und ausgesagt worden sein ja hinfällig wäre, denn die Frauen wären unter Drogen gewesen. Ally wollte dies wieder verneinen, aber da ging ihr ein Licht auf. Mary hatte sicher das Fläschchen gemeint, was sie Ally nach der Misshandlung durch di Valpecca gegeben hatte oder gar das Wasser? Ally war ausser sich und beschimpfte Mary, doch die interessierte das wenig und der Don und Mary hatten jeder ihre Mittel und Wege gegen einander. Ally bekam nur noch mit, das wohl beide willens waren die Seiten glatt zu bügeln, besonders weil sie nun auf der selben Abschussliste standen, nämlich der von di Valpecca.

Die ‘hypothetische’ Entschuldigung von Mary schien Kendrone anzunehmen und Ally wollte sich darüber aufregen, doch just in dem Moment flogen vor der Wache zwei Sprengsätze in die Luft. Ally brach zusammen, sie war zu labil für all die Aufregung und Kendrone wie auch Mary reichten ihr ein Taschentuch und Mary versicherte die Sicherheit in der Wache. Nachdem die Haftbefehle gegen Kendrones Leute in die Tonne wanderten verabschiedete Ally sich schnell. Sie brauchte frische Luft, blieb aber vor der Wache stehen und besah sich die Überreste eines Taxis, das wohl Miss Dalton gehört, wie sie später hörte.

Der Don kam kurz nach ihr hinaus und Ally sagte ihm, sie wolle endgültig die Stadt verlassen. Er wollte ihr raten nach Miami zu seinen Bekannten in ein Hotel zu gehen, aber durch seine eigene Trauer verstand er nicht, was sie meinte. Sie überlegte Chicago für immer zu verlassen, zu ihrer Großmutter nach Italien zu gehen und was ihr selbst einen Stich versetzte…ihn zu verlassen. Es waren nur Gedanken, aber sie wusste, in all seiner Trauer konnte sie ihm nicht beistehen, zur Beerdigung würde sie zwar gehen aber weit hinten würde sie bei den anderen Angestellten sitzen, wie es sich gehört.

Di Valpecca hatte ihr Leben auf eine Weise zerstört, von der sie momentan dachte, es würde nie wieder heilen. Sie drückte dem Don noch ihr Beileid aus, küsste ihn keusch auf die Wange und ging in das ihr fremde Appartement. Sie hatte genug Tränen vergossen für diesen Tag und setze sich an den Küchentisch und schrieb eine Postkarte an ihre Großmutter..

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