Chicago: Wunden

Immernoch fühlte Ally sich miserabel, wollte es sich aber nicht eingestehen, als sie ihr Appartment verliess. Ihre Füße brannten wie Feuer, sie konnte kaum auftreten und benötigte eine halbe Ewigkeit um zum Club zu gelangen. Statt sich umzuziehen trug sie schon ihr Kleid und darunter die heisse Kleinigkeit für den letzten Teil der Zaubershow, hatte sich bereits geschminkt und im Club vorerst nach oben in die bequeme Sofa-Ecke auf einem Sessel zusammen gerollt niedergelassen. Mad brachte ihr ein Glas Whiskey und sah sie schon so mitleidig an, das sie ihn mit einem gemeinen Spruch zurück an die Bar schickte. Sie würde heute nicht auftreten können, das wusste sie, aber sie musste darüber erhaben sein oder zumindest so tun als ob. Ob man merkte, wenn sie auf der Bühne humpelte oder mit schmerzverzerrtem Gesicht sich bewegte? Wahrscheinlich.

Ally hatte ihren Whiskey noch nicht ganz auf, da kam Lori auch schon mit ihrer bei Mad bestellten Flasche Whiskey in der Hand an und stellte sie auf den Tisch. Einen kurzen Moment lang dachte Ally daran, Lori anzuschreien. Sie hatte alles, was Ally momentan wollte inklusive gesunder Füße und Knöchel. Aber sie war schwarz, was ihr egal war, aber dem Publikum anscheinend nicht. Dieser Neid hatte Ally nun schon so viel Ärger eingebracht und jetzt war es ausgeufert. Ihre täglichen Proben, das selbst verordnete harte Training um neben dieser großen, schlanken Person bestehen zu können, brachte sie an den Rand der Verzweiflung.

Sie setzte ein selbstgefälliges Lächeln auf und sagte “Ich trete heute nicht auf Lori”nur die erwünschte Reaktion blieb aus und stattdessen fragte Lori nur nach dem Warum. Diese kleine Schlange sah Ally’s Füße und sie machte nur dumme Kommentare, statt besorgt zu sein. Der Star war verletzt und sie dachte sicher nur daran, wie sie ihr den Platz an der Spitze abspenstig machen konnte. Ally kochte innerlich und als Lori auch noch sagte, Whiskey auf den Wunden würde helfen, riss sie ihr die Flasche aus den Händen und schüttete gedankenlos alles über ihre Fußsohlen, die grausam zu brennen begannen. Ally trank ihr Gals Whiskey aus, überhörte den Kommentar, sie solle weniger trinken  und liess sich von Felicia, die gerade dazu kam, nach unten helfen.

Dort angekommen, setzte sie sich an einen der Tische nahe der Umkleide um schnell auf die Bühne gehen zu können, wenn es Zeit für den Auftritt war. Ihre wunden Füße versteckte sie unter dem Tischtuch. Als Lori abermals davon anfing, wie das geschehen konnte, wollte sie gerade etwas erwidern, da stand schon ihr Boss Don Kendrone neben ihnen und hatte es natürlich mitbekommen. Lori liess wohl ihre Naivität auf ihn los und plapperte sofort “Ally kann nicht auftreten, weil sie ihre Füße verletzt hat”.

Der Blick von Kendrone hätte Toten das Fürchten gelehrt, als Ally sich anmaß darüber zu diskutieren, ob sie auftritt. Er sagte die Show ab und sie war am Boden zerstört. Nicht nur, weil er sie wirklich auf ihren Platz verwiesen hatte, sie war wütend über ihre Situation und dann kam das unvermeidliche. Mary kam an ihren Tisch und das Schicksal nahm seinen unbarmherzigen Lauf.

Sie hatte mitbekommen, das Ally verletzt war und stichelte brutaler und brutaler. Ally konnte sich dem Zorn, der durch all die Geschehnisse entstand kaum noch erwehren und die besorgten Blicke des Don machten es nur noch schlimmer. Sie hatte Lori und Felicia hängen lassen und Lori…sie war vollends dabei Mary auszuweichen während Felicia wenigstens ein Klavierstück spielen konnte und Sabrina, Kendrones Tochter tanzte.

Nach einer weiteren Spitze von Mary stand Ally, vor Schmerzen das Gesicht verziehend, auf und wollte gehen. Kendrone deute nur auf ihren Stuhl und sein kalter Blick sagte alles. Ally streubte sich und als er dann sagte, sie solle sich setzen knickte sie mit ihrem Fuß auch noch um und stolperte gegen ihn. Als er sie auffing kam abermals ein Kommentar von Mary und kleinlaut setzte sich Ally wieder auf ihren Stuhl. Natürlich machte sich der Boss Sorgen um seine Mitarbeiter, aber eine Tänzerin, die nicht tanzen oder gar auftreten konnte, brauchte man keineswegs. Den Sinn, weshalb er wegen ihr eine Show verschob verstand sie da nicht, egal wie nah sie sich standen.

Mary beleidigte Lori, gab sogar Spitzen gegen den Don ab und alle rissen sich zusammen. Als dann wieder ein Kommentar auf Ally abzielte, war diiese so wütend, dass sie Mary ihre gerade von Amber gebrachten Whiskey ins Gesicht schüttete. Ein großer Fehler. Mary sprang unvermittelt auf, grinste sie hämisch an, als wüsste sie, nun hätte sie sie endlich soweit und sprach von ‘tätlichem Angriff gegen eine Richterin’. Kendrone fuhr Ally an, die vollkommen geschockt in sich zusammen sank, und ging dann zu Mary um sich zu entschuldigen, was ihm augenscheinlich absolut zu wider war. Ally schnaufte wütend und Kendrone drohte ihr sogar mit Kündigung und sie wusste, jetzt war alles aus. Ihr Leben in diesem Glamour hatte ein jähes Ende gefunden, alles, alles was sie erreicht hatte, war zunicht gemacht, durch eine kleine Dummheit.

Hinter sich, über sich, überall Getuschel. Lori versuchte sogar ihr noch zu helfen, aber der Boss war weit über die Kernschmelze wütend und als er Mary zur Seite zog um die Sache ohne Folgen zu regeln, versank Ally in ihrer eigenen Welt. Alles was um sie geschah nahm sie nur noch schemenhaft wahr und starrte auf einen Fleck auf dem Tischtuch, der ihr Whiskey hinterlassen hatte.

Als sie aus diesem Schock wieder auf sah, hatte Mary sich verabschiedet und Kendrone saß wieder am Tisch, kreidebleich und vollkommen geschockt. Er sagte etwas davon, das Lori nicht zu diesem Wilson gehen sollte, aber was hatte das denn mit der Sache zu tun, dachte Ally. Dann als Ally sorgenvoll nachhakte kam langsam die Sache raus. Mary hatte ihn gebeten wegen dieser Sache gerade Clint Wilson zu beseitigen und als heraus kam, dass Lori und er eine Nacht verbringen sollten, hatte sogar Mary schockiert gewirkt und laut Kendrone hatte man ihr die Angst in den Augen gesehen. So verwirrend der Moment war, Ally wurde nicht gefeuert und Kendrone redete auf Lori ein, die wegen dem Geld nicht ganz sicher war, ob sie wirklich nicht mit dem Mann die Nacht verbringen sollte.

Lori versprach Wilson aus dem Weg zu gehen und kurz nachdem sie gegangen war, verabschiedete sich auch Felicia, die eine Weile an der Bar mit Duncan gesprochen hatte. Der Don fuhr Ally heim, brachte sie noch in ihr Appartment und half ihr auf die Couch, auf der sie sich setzte und ihre Füße ausstreckte. Sie konnte nicht anders und hakte nach, wieso er sie nicht entlassen hatte, nach all dem was heute geschehen war. Kendrone küsste sie und sagte, dass sie Glück hätte, dass ihr Boss sie sehr mag. Sie genoss natürlich seine Zuneigung, aber ihre Sorge wegen Mary war ungebrochen. Sie würde es irgendwann gegen ihn verwenden, sobald sie es merken würde gab sie zu bedenken und Kendrone meinte, sie wüsste es sicher längst.

Beide saßen noch eine kleine Weile zusammen, ehe Ally sich zurück ziehen wollte und sie sich verabschiedeten. Als er fort war, ging sie vorsichtig zum ihren Bett, entkleidete sich und fiel in die weichen Daunenkissen. Sie würde wohl sich ziemlich schonen müssen um bis Freitag wieder fit zu sein, aber nicht noch einmal wollte sie Kendrone, der ihr so viel Vertrauen schenkte, so sehr enttäuschen. Das und vieles mehr war sie ihm schuldig. Er hatte ihr alles gegeben und sie trat es mit wunden Füßen, das war so nicht in Ordnung. Sie schlief ein, träumte von dem Moment wo Mary klatschnass vor ihr stand und schmunzelte leicht, aber immer wieder sah sie im Traum seine Augen, Sorge, Zorn…immer im Wechsel.

Diese Nacht schlief sie schlechter als sonst.

OOC: Da Kenny eh später erst da war, passte es lustigerweise ganz gut in meine kleine fiktive Geschichte, die ich mir überlegt hatte. Ich hoffe nur, Lori und Felicia waren nicht stinksauer über meine recht spontane Handlung. Das RP hat richtig Spaß gemacht, auch wenn es für meinen angeschlagenen Zustand teils bissel schwer zu verfolgen war. Aber so konnte  Sabrina mal tanzen und Felicia Klavier spielen. Das RP wurde dann doch recht spät und meine Augen fielen mir in den letzten 15 Min dann so oft zu, dass ich froh war, als der Rechner aus und ich im Bett war. Danke an Mary, Lorinda, Felicia und Don Kendrone.

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2 responses to “Chicago: Wunden

  1. Naja, der Disconnect dank Simon war doof. Nur weil sein SWTOR nicht korrekt den Patch runterläd und er net spielen kann und ‘alle’ Dateien per Hand runterläd, is bei mir nicht mehr genug Traffic über gewesen. Da hätt ich Mann beinah den Kopf abgerissen.

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