Chicago: Tausend und eine Nacht

Normalerweise freute Ally sich auf die Shows Freitags, aber heute war sie einfach nur kaputt. Sie hatte immer wieder schlecht geschlafen die Woche über und irgendwie ging ihr Vermieter ihr sehr auf die Nerven. Er schickte ihr Blumen, Pralinen und…wartete fast jeden Abend in ihrer Dachgeschoss-Wohnung auf sie. Sie konnte ihn zwar immer los werden, aber langsam merkte sie, wie nervtötend ein bestimmter Grad an Bekanntheit doch war. Wäre sie noch beliebter, könnte man sich ja von der Gage eine Art Leibwächter leisten, aber momentan kellnerte sie ja sogar noch nebenbei im Cotton Club, wenn es nötig war. Wobei, sie hatte sich die letzten Tage immer mehr davon zurück gezogen und überließ dies lieber Lori und Felicia. Ein wenig Stolz hatte sie nun doch und würde sich nicht noch von den Gästen anfassen lassen wie in einem Streichelzoo. Lori schien es ja zu geniessen, sollte sie das mal schön alleine tun.

Als sie in den Club kam, war der Don schon dort und kam auf sie zu. Er war gespannt auf die Show und kaum hatte sie sich ihren Espresso von Mad geholt, sah sie auch schon Lori und Felicia ankommen. Ein fremder Mann sprach derweil mit dem Don und war offensichtlich Ire, wenn man es an den roten Haaren festmachen wollte. Natürlich war Mary nicht weit und nach einem kurzen Schlagabtausch ging Ally sich umziehen. Lori und Felicia folgten rasch und die drei feixten ein wenig herum wie immer. Felicia motzte über ihr Kostüm, Lori brachte das wenige an Stoff, was sie trug in Position und Ally legte ihren Schmuck sorgsam an.

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Auf der Bühne war alles wie in einer anderen Welt. Lori und Ally bewegten sich synchron zu den Trommelklängen von Felicia und setzten ihre Hüften perfekt ein um das Publikum zu erfreuen. Begeistert klatschten die Zuschauer und als nach 30 Minuten die Show zu Ende war, schien der Bürgermeister gar traurig, das er nicht länger zusehen und sabbern konnte. Ally ging mit gemischten Gefühlen von der Bühne. Lori hatte angedeutet heute Nacht mit dem Bürgermeister heim zu gehen und Ally gefiel dies gar nicht. Bei sich dachte sie nur ‘Demnächst treibt sie es auf der Empore noch mit einem fetten Geldsack’ und ging sich umziehen. Sie schlüpfte in ihr Kleid und machte sich frisch.

Neugierig, wer der Mann am Tisch vom Don war, kam sie aus der Umkleide, begrüsste natürlich den fremden Herrn, der sich als Archie O’Brien vorstellte und tatsächlich Ire war, wie sie vermutet hatte. Mary gab noch ein paar Spitzen von sich, aber das war ja zu erwarten gewesen. Nur als der Don sagte, Archie übernimmt jetzt einige der Aufgaben von Duncan wurde Ally sauer und wollte ihn oben sprechen. Dort in der Couch Ecke wurde sie richtig sauer. Duncan einfach aus dem Club fern halten wegen seiner Verbrennungen wäre wirklich nicht fair. Doch der Don erklärte sich. Duncan hatte selbst darum gebeten und mit seiner Maske würden einige Dinge nun mal nicht so reibungslos ablaufen. Sie lenkte ein, war dennoch besorgt um ihren engen Freund. Duncan war ihr wichtiger als dieser neue Typ mit dem roten Schopf.

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Als sie dort oben waren kam sie auch gleich wegen Lori zur Sache. Dieses Thema mit dem Bürgermeister liess sie nicht los, aber dem Don wars egal solange sie ihn in ihrer Freizeit bestieg und nicht im Club. Ally merkte langsam, ihre Anspannung und Müdigkeiten liessen sie einfach nicht los und sie entschuldigte sich für diese naiven Dinge, doch der Don war ihr keineswegs böse, sondern umarmte und küsste sie. Seine Nähe tat ihr gut. Sie wusste zwar, das all dies nie von Dauer war und auch sie austauchbar war, aber wieso nicht diese Momente geniessen? Sie erzählte ihm noch von dem Treffen mit dem Pater und er sagte ihr, sie könne zwei Flaschen Whiskey mitnehmen zu ihm, die zweite sollte sie ihm aber zur Besänftigung nach ihrer Beichte geben. Sie gingen hinunter und Ally verkündete den Mädchen, sie würden ebenfalls bald beichten gehen müssen, wie der Pater ihr aufgetragen hatte. Irgendwie schienen Lori, Felicia und Archie zuvor von Ally gesprochen zu haben, denn sie tuschelten und lachten, aber Ally war dies egal. Sie ging an die Bar, liess sich von Mad zwei Flaschen irischen Whiskey zur Seite stellen und ein Glas einschenken.

Archie setzte sich neben sie, sie sprachen ein wenig über Mary und er fragte sie über die Dame aus. Sie erzählte nicht alles, aber genug um in ihm eben das nötige Misstrauen gegenüber Mary zu wecken, das er scheinbar selbst auch schon hatte. Währenddessen flirtete der Don mit Felicia udn Lori und auf einmal hörte Ally ihren Namen..irgendwas mit Unterwäsche…sie gab einen flappzigen Kommentar zurück und als sie und Archie zu den Dreien traten befummelte der Don gerade Lori, ob sie denn einen Slip trug. Allys Kommentar..”Macht das bitte nicht im Club, wir haben noch Gäste” erheiterte selbst den Don, der wohl dachte, sie klinge wie er. Sie musste lachen. Wie hatte sie sich doch verändert in den letzten Monaten und das nicht zum Schlechtesten. All die Jahre in der Unterschicht merkte man ihr maximal noch an, wenn sie Zigaretten ohne Spitze rauchte oder wenn sie wie ein Rohrspatz fluchte.

Als sie so beisammen standen fragte Lori nach dem Wochenlohn und da der Boss sein Geld noch nicht abgezählt hatte, bat er die Damen einzeln in die Umkleide. Nicht ganz uneigennützig, vermutete Ally. Als Lori schliesslich den Rock zurecht rückend heraus kam, war ihr klar, das er nur das fortsetzte bei ihr, was er mitten im Club begonnen hatte. Tja, man konnte schon froh sein einen gut aussehenden Boss zu haben und keinen schmierigen Lustmolch. Felicia ging als nächste rein, dann war Ally dran und während sie die Tür hinter sich schloss und eine Zigarette anzündete  flirtete sie ungeniert mit dem Don. Natürlich kam die Sprache wieder auf das Thema Unterwäsche und er wollte wissen, ob sie wirklich keine tragen würde. Sie lachte und gab zurück, das sie natürlich einen Slip tragen würde, aber keinen BH zu dem trägerlosen Kleid. Er hob ihren Rock ungeniert und die zwei feixten noch etwas weiter ehe er ihr das Geld gab und sie ihn fragte, warum er denn an dem Slip gezweifelt hätte und nicht an ihrem fehlenden Oberteil. Frech schob sie ihre Kleid etwas hinunter, das man ihre nackten kleinen Brüste gut sehen konnte und als er das Kleid wieder hoch zog streiften seine Hände ihre Nippel. Sie war sonst nicht so offen zu ihm, aber momentan so allein…wem sonst war sie so nah? Als sie dann doch verlegen zur Wand blickte nahm er ihr Kinn, drehte ihren Kopf zu sich und küsste sie abermals an diesem Abend.

Als sie gemeinsam die Umkleide verliessen und sie wieder die Blicke der anderen sah, war sie leicht irritiert gewesen. Lori hatte sie zuvor gefragt, was die zwei denn da miteinander hätten und sie konnte es nicht sagen, noch wollte sie darüber sprechen. Zu sehr genoss sie diese Momente, als das sie sie zerstören wollte. Sie war einfach nicht wie Lori, so offenherzig zu jedem. Archie verabschiedete sich bald und Lori und Felicia gingen mit Don Kendrone und Ally an die Bar. Irgendwie kam das Thema aufs Hotel und Ally nutzte ihre Chance um Don Kendrone wegen einem Appartment anzusprechen, was sie damals ausgeschlagen hatte. Er hatte tatsächlich eins frei und Ally und er verabschiedeten sich bald von den Frauen um es sich anzusehen.

Es war ein kleiner Fußweg, aber näher als ihre alte Wohnung und sie war in einem wirklich schicken Gebäude. Dort drinnen nahmen sie den Fahrstuhl und als Ally ihr neues Zuhause betrat, eine komplett möblierte Wohnung im obersten Stock dieses Wahnsinns-Gebäudes, war ihre erste Frage, ob sie sich soetwas denn überhaupt leisten könne. Der Don lachte und sprach von 20 Dollarn die Woche, was sie selbst kaum glauben konnte. Sie bedankte sich immer wieder bei ihm und als sie sich zum Abschied küssten, wusste sie, wenn hier ihr Vermieter auftauchen würde, wäre sie froh über seinen Besuch…

OOC: Es war ein sehr lange Abend und ich hatte unheimlich viel Spaß. Schade, das ich kurzfristig etwas RL abgelenkt war, aber mir ist da nen halber Zahn abgebrochen wegen ner Salzstange und ich darf dann wohl Montag erstmal zum Zahnarzt und das reparieren lassen *grrr*

 

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2 responses to “Chicago: Tausend und eine Nacht

  1. Oh ha, wie gut das ich keine Salzstangen mag. Auf der anderen Seite brauch ich mir eh keine Sorgen um meine Zähne zu machen, sind eh alle gut gefüllt und eher was fürn Altwarenhändler *lach*
    Na, dann viel Glück beim Zahnarzt.

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