Chicago: Wenn des Nachts in dunklen Gassen…

Ally ging nach ihrer Arbeit im Cotton Club noch beim Zeitungsstand vorbei um wie immer einen Plausch mit dem netten Verkäufer zu halten. Kaum war sie um die Ecke des Domielle gebogen, blieb sie schon wie erstarrt stehen. Eine große dunkle Gestalt beugte sich bedrohlich über den kleinen alten Mann, dem der Kiosk gehörte und keuchte abartig laut. Irgendetwas tropfte von seiner Hand auf den Boden. Im Halbschatten ging Ally vorsichtig auf Zehenspitzen näher um keinen Lärm mit den Absätzen zu verursachen. Irgendetwas war da nicht in Ordnung, aber was…Dann sah sie es.

Dem Mann fehlte der Ringfinger und aus der Wunde tropfte das Blut in den Schnee. Der Finger lag wie extra drapiert ebenfalls im Schnee und ein Rasiermesser daneben. Wie es aussah hatte sich wohl der alte Mann gewehrt..oder doch nicht? Denn sie hörte nun den großen Mann brüllen..”Ich spüre es nicht! Wieso spüre ich das nicht?” Sie verstand gar nicht und der alte Mann kauert dort am Boden und schüttelte nur den Kopf. Er schien genauso wenig verstanden zu haben, was der Mann von ihm wollte.

Der Verletzte schlug auf den Zeitungsstand ein und Ally sah sich um.Weit und breit niemand. Ihr Blick fiel auf ihre Handtasche und sie öffnete sie leise…

Es klickte und der Mann drehte sich abrupt um. Sie hatte eine kleine Pistole in der Hand, die Mary ihr einmal gegeben hatte und starrte ihn ängstlich, aber entschlossen an als sie laut sagte.”Lassen Sie den Mann und seinen Stand endlich in Ruhe Sir. Ich hab zwar keine Ahnung wie man jemanden erschiesst, aber Angst davor habe ich nicht.”

Natürlich klappte ihre halbherzige Drohung so gar nicht und der Mann sprang auf sie los. In ihrer Panik vergas sie abzudrücken und so versuchte er ihr wutschnaubend die Waffe aus den Händen zu reissen. Sie fiel auf den Hintern, der Mann hatte die Waffe, stolperte und liess sie wieder fallen. Als die durch den Kampf entsicherte Waffe zu Boden fiel, gab es einen Knall. Dann folgte eine endlose Stille. Sie blickte zu dem alten Mann, er schien unverletzt und rappelte sich langsam auf. Sie tat es ihm gleich und als sie nach links sah…wusste sie, der Mann, der sie angegriffen hatte war tot. Er lag mit dem Kopf zu ihr gewandt, unter ihm wurde der Schnee blutrot und seine leeren Augen starrten sie an.

Sie war ohnmächtig klar zu denken und als der alte Mann sie fragte, ob sie die Polizei rufen sollten, schüttelte sie den Kopf. Sie schloss kurz die Augen, kniete sich über den Leichnam und durchsuchte seine Jacke nach Hinweisen, wer er war. Aber alles was sie fand war eine Busfahrkarte von Atlantic City nach Chicago und eine Metalldose in Größe eines Zippo. Sie öffnete diese und darin war nichts ausser einem kleinen Briefchen mit weissem Pulver. Langsam ging ihr das Licht auf. Sie hatte schon davon gehört. Eine Substanz, die die Sinne benebelt, besser als Opium und viel effektiver. Sie verschloss die Dose wieder und steckte sie in ihrem Mantel.

Der alte Mann deutete auf die Waffe und hob sie mit einem Stock auf. Sie hatten beide keine Lust auf Ärger, als wischten sie die Waffe ab, legten sie in die Hand des Toden und beschlossen, der alte Mann würde gleich einen Randalierer melden, der sich an seinem Stand zu schaffen machte und sich vor seinen Augen einen Finger abschnitt. So weit stimmte es ja sogar. Dann würde er behaupten weg gerannt zu sein und wenn er und die Polizei zum Tatort kämen, würde man ihn so auffinden. Ally war froh, das die Waffe nicht registriert war, zumindest nicht auf ihren Namen.

Sie gab dem alten Mann die Hälfte ihres Lohns und beide würden am nächsten Abend wieder über die schönen Abende in Chicago plaudern wie immer.

Müde kam sie in ihrer Wohnung an und zog ihre Kleider aus. Sie liess sich ein Bad ein und als sie in dem heissen Wasser saß, begann sie bitterlich zu weinen…

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OOC: Ich hatte Langeweile heute morgen und dachte mir ich schreib mal vor mich hin. Natürlich ne nette Sache, das ein oder andere Teil ins RP einfliessen zu lassen, aber grundsätzlich brauchte ich einfach mal ne Sidestory zu Ally. Ihr tut wohl ihre Umgebung nicht gut…sie hat vergessen den Geldbeutel zu suchen ^^

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3 responses to “Chicago: Wenn des Nachts in dunklen Gassen…

  1. Der arme Mann, vielleicht wollte er nur ne Bank ausrauben, oder in ner stillen Ecke koksen, nu isser hin. ^^
    Hehe, ja das Setting verführt zum Geschichten schreiben, ich hab auch noch n paar Storys im Hinterkopf, die ich so mit und mit einfließen lasse.

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